juli 2019 – gut zu hören

Gris Gris
Dr John The Night Tripper
Wir trauern um einen der originellsten und innovativsten Musiker der letzten fünfzig Jahre, einen Mann, dessen Charisma, Präsenz, Stimme und handwerkliches Können unvergleichlich ist. Selbst in seinen schlimmsten Zeiten, in denen er so drüffig war, dass er in Begleitung einer Krankenschwester reiste, waren seine Shows einzigartig spannend. Er gab uns eine Reihe von unsterblichen Songs, und ebenso geht er in die nächste Welt und wird selbst einer der Unsterblichen. Malcolm (Mac) John Rebenack wurde am 20. November 1941 in New Orleans in eine musikalische Familie französischer Abstammung hinein geboren und lebte und atmete seit seiner Geburt Musik. Seine Inspirationen waren die lokalen Medizinshows, der Mardi Gras und die Voodoo-Zeremonien, der Delta Blues sowie die Jazzplatten aus dem Plattenladen seines Vaters. Dr. John verliess uns am 6. Juni 2019. Friede sei mit ihm. (sgs)
Atco Records, 1969


Fifty years of Trout Mask Replica: 10 Best Beefheart songs
Captain Beefheart and his Magic Band
Ein weiterer legendärer Sänger und Songwriter, sowohl im Delta-Blues als auch im Free Jazz und Rock verwurzelt, ist Captain Beefheart, alias Don Van Vliet. Er wurde 1941 in Glendale, Kalifornien, geboren. Als Multi-Instrumentalist und notorischer Rüpel verlangt er seinem Publikum hypnotisch chaotisch viel ab. Don begann im Alter von drei Jahren zu modellieren, vor allem Tiere, und gewann mehrere Preise und Stipendien, die er von seinen Eltern aber nicht in Anspruch nehmen durfte. Bekannt für seine Freundschaft mit Frank Zappa, begann Beefheart 1967 zu singen und unterschrieb ein Jahr später einen Plattenvertrag. Er und seine wechselnden Bandmitglieder, darunter Ry Cooder, nahmen dreizehn Studioalben mit verschiedenen Bandkombinationen auf, bis das “Genie des Rock” 1982 die Musik für die Malerei aufgab, eine lebenslange Beschäftigung, bei der er sich ebenfalls hervorhob. Don van Vliet, der seit 1970 an Multipler Sklerose litt, ist 2010 verstorben und hat, von den Beatles bis P.C. Harvey, fast jeden beeinflusst. Er ist nach wie vor eine grosse Inspiration. (sgs)
Straight Records, 1969


We Get By
Mavis Staples (mit Ben Harper)

Hier haben wir eine der wirklich grossen Stimmen des Soul, die bei mir nach wie vor Hühnerhaut auslöst. Mavis, eines der Gründungsmitglieder von The Staple Singers, wurde 1939 in Chicago geboren. Unter der Leitung des Familienpatriarchen Roebuch «Pops» Staples an der Gitarre und mit den Stimmen von Mavis und ihren Geschwistern Cleotha, Yvonne und Pervis waren die Staple Singers Ende der sechziger Jahre die Chartstürmer schlechthin. Mavis, die ursprünglich in Kirchen sang, ist bekannt für ihren politischen Aktivismus und ihre mitreissende Stimme. Nachdem der Ruhm der Gruppe in den 1970er Jahren verblasst war, wurde Mavis Staples Solokünstlerin und sang mit vielen Grössen wie Bob Dylan, Prince, Ray Charles oder George Jones. Ihre Stimme wurde von u.a. Salt ‚N Peppa, Ludacris und Ice Cube gesampelt. Sie erhielt viele Auszeichnungen und Ehrungen und feiert dieses Jahr ihren achtzigsten Geburtstag mit einer Reihe von Konzerten und dieser Neuerscheinung. (sgs)
Anti-Records, May 2019


Atlanta Millionaires Club: Room Temperature
Faye Webster
Atlantas Millionaires Club besingt Faye Gefühle, und so mag sie es. Das neue Album des 21-jährigen aus Atlanta beginnt mit einem seufzenden, unerschütterlich ehrlichen Eingeständnis: «Sieht so aus, als hätte ich wieder geweint wegen derselben Sache.» Die Allgegenwart des Steel pedals vermeidet ins Bluegrass hinüber zu kippen, das sich unter Webster Einfluss flexibel verhält. Sie sagt, dass sie sich nicht vorgenommen hat, ihr neues Album wie irgendjemand anderes klingen zu lassen – tatsächlich, sagt sie, versuchte der Aufnahmeprozess ganz im Gegenteil zu vermeiden, wie irgendwelche Zeitgenossen zu klingen – aber sie nennt Aaliyah als ihre wichtigste musikalische Inspiration. Websters Werk, das auf der familiären Überlieferung von Folk-Geschichten und ihrer Zeit in Atlantas Hip-Hop-Szene zurück geht, ist eine Studie über die Dualität, die durch ihre Introvertiertheit und ihren Herzschmerz führt, ihre schöne Traurigkeit, die von einem unerwartet listigen Sinn für Humor aufgeweicht wird. (secretlycanadian.com)
Secretly Canadian, May 2019


All Blues – The Thrill is Gone
Peter Frampton Band
Eine wunderschöne Interpretation des bekannten Klassikers The Thrill Is Gone (mit Sonny Landreth) bildet denAuftakt zu einem Album eines der produktivsten Gitarristen unserer Zeit, der für seine Rolle in Bands wie Humble Pie und The Herd, aber auch für sein Spiel mit Ringo Starr oder David Bowie bekannt ist. Am besten kennen wir Frampton jedoch von Hits wie Breaking All the Rules, Baby I love your Way und I’m in You. Er ist auch als er selbst in The Simpsons oder Family Guy aufgetreten und ist man kennt für seine aussergewöhnliche Arbeit als Gitarrist. Die Songs auf diesem Album sind Teil des Kanons von Blues und Jazz und beinhalten Nummern von Miles Davis, B.B. King, Hoagy Carmichael und anderen. Leider ist dies Peters Abschied an sein Publikum, da bei ihm eine progressive Muskelerkrankung diagnostiziert wurde, die sich durch Entzündlichkeit, Schwäche und Athrophie auszeichnet. Thanks for the music, Peter! (sgs)
Universal Music, June 2019

juni 2019 – gut zu hören

Natty Dread
Leutnant Stitchie
Die Qualität des Videos ist nicht besonders, aber die Musik und die Texte machen das locker wett. Cleveland (geb. 1965), besser bekannt als Lieutenant Stitchie, ist ein jamaikanischer DJ, der ursprünglich im Dancehall-Stil arbeitete, aber 1997 nach einem Autounfall auf Gospel-Reggae umstieg und seither unter dem kürzeren Namen Stitchie arbeitet. (Wikipedia) Lehrer, Vater, Autor, Ehrendoktor, Sänger, Performer…. es gibt nur wenige Dinge, die dieser Mann nicht ist. Als inthronisierter Dancehall-Governor ist er eine der gefeiertsten Ikonen des Genres, seine energiegeladenen und hypnotisierenden Live-Auftritte, gepaart mit seiner Botschaft von Liebe, Frieden und Rechtschaffenheit, machen ihn weltweit zu einem der meist gefragten Künstler der Reggae-Musikindustrie. (Reggaeville.com)
Orchard Music, 2007


Nuff Respect
Lady G
Lady GJanice Fyffe (geboren am 7. Mai 1968), besser bekannt als Lady G, ist eine weibliche Dancehall und Reggae DJ. Am bekanntesten ist sie für ihr Lied „Man a Bad Man“ aus dem Film Third World Cop. Zu den weiteren Liedern von Lady G gehören Nuff RespectRound Table Talk(mit ihrem Mentor Papa San), Certain FriendsBreeze Offund Girls Like….. Us als featured artist. Lady G trat 2001 beim grössten Reggae-Festival Europas, Summerjam, auf. Mit Buju Banton tourte sie auch durch die Vereinigten Staaten. Typischerweise gibt es wenig Informationen über diese fantastische Künstlerin.
Greensleeves, 2011


The Best of Dennis Brown
Dennis Brown
Dennis Brown wurde am 1. Februar 1957 in Kingston geboren und begann seine musikalische Karriere im Alter von neun Jahren als Strassensänger. Als er elf war, baten ihn die Fabulous Falcons, sich ihnen als Sänger anzuschliessen. 1972 nahm er sein erstes Album auf, doch 1973 hatte er sich verausgabt, blieb zu Hause und konzentrierte sich auf sein Studium. 1977 tourte er dann durch Grossbritannien und zog 1978 nach London, um mit Castro Brown das DEB Music Label neu zu starten. Er nahm viele bekannte Künstler auf und arbeitete auch als Background-Sänger. Zu seinen eigenen Alben gehörten Visions of Dennis BrownSo Long Rastafari und Josep’s Coat of Many Colours. 1981 unterschrieb Brown einen Plattenvertrag mit A&M Records und veröffentlichte eine grosse Anzahl Songs. Sein 1994 erschienenes Album Light My Fire wurde für einen Grammy nominiert, ebenso wie sein posthumes Let Me Be The One (2001). Leider verschlechterte sich sein Gesundheitszustand um die Jahrtausendwende. Er bekam Tuberkulose und starb am 1. Juli 1999. (sgs)
EMI Music, 2013


1Xtra in Jamaika
King Jammy, Beenie Man, Leutnant Stitchie und Josey Wales in King Jammys Studio
«Lloyd James (geb. 26. Oktober 1947, in Montego Bay, Jamaika, besser bekannt als Prince Jammy oder King Jammy, ist ein Dub-Mixer und Plattenproduzent. Seine musikalische Karriere begann er als Dub-Master im Tonstudio von King Tubby, bekannt für seinen klaren Sound und den Einsatz von Effekten. Nachdem er Ende der 1960er Jahre Geld mit dem Bau von Verstärkern und der Reparatur von elektrischen Geräten verdient hatte, gründete er sein eigenes Soundsystem und baute auch Geräte für andere lokale Systeme. Nach einigen Jahren in Kanada kehrte er 1976 nach Kingston zurück und gründete sein eigenes Studio. Jammy improvisierte Reggae und Dancehall und digitalisierte alte Riddims wie Real Rock und Far East. King Jammy begann dann in den 1980er und 1990er Jahren mit Spitzenkünstlern in Jamaika zusammenzuarbeiten, wie Admiral Bailey, Admiral Tibet, Chaka Demus, Frankie Paul, Lieutenant Stitchie, Pinchers und gar Dennis Brown». (Wikipedia)
BBC Radio 1Xtra, 2017


Ricky Trooper Live & Direct auf dem Maroon Festival 2019
«Der jamaikanische DJ Ricky Trooper ist ein prominenter Dancehall-DJ. Trotz des Verlusts seines US-Visums, aufgrund von Waffenbesitz, spielt Trooper häufig Dates in Afrika, Europa und im karibischen Raum. Garfield McKoy (Trooper’s richtiger Name) sagt, dass sein Interesse an Soundsystemen begann, als er acht Jahre alt war und in St. Mary lebte. Diese Faszination wuchs, als er und seine Familie nach Spanish Town umzogen, wo sein Nachbar, der ein Soundsystem besass, ihm die erste Gelegenheit gab, Plattenteller zu bewegen. 1980, als er die St. Catherine High School besuchte, gründete er mit einem Freund sein eigenes Soundsystem namens Ultimate Touch. Nächster Halt war Kilimanjaro, der Top-Sound der Zeit. Erst 1995 gelang ihm der grosse Durchbruch.» (McKoy’s News)
Culture For more Quality, 2019

mai 2019 – gut zu hören

On
Altin Gün
Altin Gün sind eine internationale türkische psychedelische Rockband aus Amsterdam, die türkischen Folk, Psychedelik, Funk und Rock mit Riffs mischt, die uns zu den Anfängen des Acid Rock führen, wenn auch mit einem levantinischen Touch. Mit der Gründung dieser freudig verrückten Gruppe, die zwischen den Niederlanden und dem ehemaligen Konstantinopel pendelt. Das Resultat: starker Pop, traditionelle Düfte, grooviger Folk und psychedelischer Rock. Altin Gün ist eine geschickte Assemblage, ein fröhlich organisierter Mix, geprägt von niederländischen und türkischen Musikern, eine angenehme und unwahrscheinliche Verbindung, die eine betörende Öffnung zur Gegenwart liefert, frisch, intensiv und pluralistisch. Altin Gün’s Universum entfaltet sich auf dem Genfer Label Bongo Joe. (sgs)
Bongo Joe, Januar 2019


When I Get Home
Solange
«Solanges viertes Album kommt ruhig, ambient und explorativ daher. Vom spirituellen Jazz bis zu Gucci Mane beschwört Solange ihre Heimatstadt mit aussergewöhnlichen Kreationen und einer bemerkenswerten Produktion.» (Pitchfork) Während eines Teils ihrer Karriere war die Sängerin einfach nur «die Schwester von Beyoncé», die versuchte, ihren Platz in der Welt der Musik zu finden. «Sie begab sich auf ihre eigene Mission und entwickelte ihre ganz eigene Pop-Sensibilität für eine breite Musikpalette, die sie für cool und interessant hielt. Mit dem gefeierten A Seat at the Table (2016) kommt sie bei sich an und paart einen hippen, neo-Soul mit einer nachdenklichen Auseinandersetzung zu Rasse, Geschlecht und sozialer Angst. Drei Jahre später veröffentlicht Solange When I Get Home, mit neunzehn Tracks, die die Grenzen ihres eigenen Sounds und ihrer eigenen Kunst erweitern.» (Spin)
Columbia Records, März 2019


Deserted
The Mekons
«Das kalifornische Hochland ist reich an Rockgeschichte. Hier liess die Country-Rock-Ikone Gram Parsons seine Leiche von Freunden einäschern; fand die Band High Desert ihren Namen und ein Coverbild für eine grossartige LP; warf Jim Morrison Acid ein und drehte einen Film. Jetzt schliessen sich die Mekons – diese verrückten, gebildeten und geliebten britischen Punk-Country-Reggae-Rock-Überlebenden –  mit Deserted der Prozession an. Aufgenommen in der Nähe von Joshua Tree, verliert sich die LP in der Wüste und findet überall zeitgemässe Überlebensmetaphern. Deserted gräbt sich tief in die Wüstenmythologie ein, ohne an eine der oben genannten alten Erzählungen anzuknüpfen (sie haben Bono schliesslich schon ein Denkmal gesetzt)… Es feiert die Widerstandsfähigkeit der blühende Wüste und ihre Bewohner, beschworen von einer Crew von Marodeuren, die selbst vier Jahrzehnte überdauert haben.» (Rolling Stone)
Bloodshot Records, April 2019


Celia: La vida es un carnaval
Angélique Kidjo
Mit ihrer starken und warmen Stimme erfindet die afrikanische Queen of Song die kubanische Musik neu und ehrt eine weitere exklusive Königin: Celia Cruz. «Cruz, die 2003 starb, wurde in den USA zu einem grossen Star, nachdem sie sich geweigert hatte, nach Kuba zurückzukehren, als Fidel Castro die Macht übernahm. Doch Kidjos Album erinnert an Cruz‘ afrikanische Wurzeln; diese wurde in einem armen schwarzen Viertel von Havanna geboren. Die Salsa-Hits werden zusammen mit dem Helden des Afrobeats Tony Allen am Schlagzeug neu gestaltet, dazu kommen die westafrikanische Gangbé Brass Band, die Britten Sons of Kemet und die Amerikanerin Meshell Ndegeocello am Bass. Kidjos Gesang ist kräftig und sicher, von der peppigen Umgestaltung von Bemba Colorá bis hin zu den grüblerischen, singenden Echos der Santería, der afrokubanischen Religion, auf Elegua und Yemaya, einer Hommage an die Orisha (den Geist) der Mutterschaft, Herrscherin der Meere, die nun auf einen afrikanischen Juju-Beat eingestellt ist. Hervorragend.» (Robin Denselow)
Verve, April 2019


Gemäss Rolling Stone die zwanzig besten Songs zum Thema Gras.

april 2019 – gut zu hören

Throwback: The Fugs
The First Album
Tuli Kupferberg, Ed Sanders & Ken Wasser
The Fugs waren eine der ersten Bands, die «Hippie-Musik» spielten, und Tuli Kupferberg war ihr despektierlicher Frontmann. Die 1964 gegründete Band dominierte die Szene der sechziger Jahre, auch wegen ihrer leidenschaftlichen Anti-Vietnam-Haltung. Ihr Stil wurde als «Avant-Rock» bezeichnet. Kupferberg hatte eine lange und gefeierte Karriere als Dichter; er war der Komponist, Liedermacher-Sänger und Gitarrist der Band und ein langjähriger Mitarbeiter von Alan Ginsberg. «Als satirische Rockband mit politischer Ausrichtung haben die Fugs bei verschiedenen Kriegsprotesten mitgewirkt – gegen den Vietnamkrieg und seit den 1980er Jahren gegen andere Kriege der USA. Die oft expliziten und humorvollen Texte der Band über Sex, Drogen und Politik erzeugten gelegentlich feindliche Reaktionen, vor allem vom Federal Bureau of Investigation in den späten 1960er Jahren.» (Wiki)
ESP, 1965


Four am
Bastille
Intelligente Unterhaltung mit Pop-Folk-Touch von einer Band, die sich 2010 formiert und seitdem über neun Millionen Alben verkauft hat. 4am liefert einen Einblick in das Material des kommenden dritten Albums Doom Days, das Frontmann Dan Smith als «apokalyptisches Partyalbum» bezeichnet. Es fühlt sich an, als würde es sich um den radioaktiven Niederschlag handeln: Wir feiern in Bastilles Atombunker nach dem Brexit, während sich Rentner draussen bis auf den Tod fetzen… «Hat man die Blaupause für den inzwischen allgegenwärtig gewordenen Indie-Pop einmal gefunden, ist es interessant, ältere Tracks wie den Coldplay-Maximalismus von Bad Blood mit dem neuen, vergleichsweise risikoreichen Clubbier Seeb Collab Grip zu vergleichen, das Smith heute Abend als «ausserhalb unserer Komfortzone» bezeichnet; sein Tropfen klingt wie ein offener Schacht und löst verschwitzte Frustration aus.»
Virgin, January 2019


Mama Pasfika
The Black Sistaz
Musik vom anderen Ende der Welt, die Frauen und Mädchen feiert: «Steht auf und erhebt euch, Frauen, wir müssen stolz dastehen – das ist die Botschaft, die ihr hören sollt….» Leider kann ich kaum Informationen zu den Sängerinnen finden, obwohl viele von ihnen in Vanuatu Stars sind. Care Vanuatu, das an der Produktion dieses Videos beteiligt war, hat einen Notruf auf seine Website gestellt, weil der Zyklon Pam die Insel seit der Veröffentlichung dieser so optimistischen Aufnahme verwüstet hat. Wenn Sie helfen wollen: www.care.org
Care Vanuatu, March 2019


Dido
«Wiederbelebt und zuversichtlich kehrt Dido mit ihrem funkelnden fünften Album Still on My Mind nach sechsjähriger Abwesenheit zurück. Nach 2013’s neongebadeten Girl Wo Got Away, ist dieses Seit ihre lebhafteste, einprägsamste Produktion seit den Durchbrüchen von No Angel und Life for Rent aus der frühen Ära, mit Tracks über bekannte Themen wie Liebe, Verlust, Begehren und – als Mutter eines jungen Sohnes – Familie. Verankert in Sehnsucht und ätherischen Gesang, liefert die LP die vielversprechenden Schimmer, die auf ihrem coolen (aber letztlich unterkühlten) Vorgänger beklagt wurden, und synthetisiert erfolgreich den Geist ihres frühen Hybrid-Sounds mit aktualisiertem Glanz. Die weitere Zusammenarbeit mit ihrem Bruder Rollo trifft die englische Singer/Songwriterin in einem reifen, kontrollierten Raum – einer eleganten und frischen Sammlung ihres vertrauten Electro-Folks mit Hip-Hop-Herzschlag. Still On My Mind beginnt mit der weitläufigen Schönheit von «Hurricanes» und bietet stimmungsvolle Erinnerungen an die frühen 2000er Jahre mit den emotionalen Highlights «Some Kind of Love», «Give You Up» und dem Titeltrack, der zu einem Schauer hervorrufenden Beat-Drop mutiert. (Neil Z. Yeung für All Music)
WMG, March 2019


LSD
Die Supergroup LSD besteht aus dem britischen Musiker Labrinth, der australischen Sängerin Sia und dem amerikanischen Musikproduzenten Diplo. Sie veröffentlichten 1918 eine erste Single (von insgesamt vier). Alle vier haben sich sehr gut geschlagen und im März 2019 gab die Band die Veröffentlichung ihres Debütalbums bekannt. Es hat sich verzögert. Synthetischer Pop, nenne ich es. Das LSD der Masse. Netter Gesang, nette Musik, alles in bester Qualität, aber dennoch zu glatt für mich. Ich musste es erwähnen, wegen, Sie wissen schon, Alice. Das hier hat wenig mit ihr zu tun. (sgs)
SME, May 2019

märz 2019 – gut zu hören

Orpheus in the Underworld
Don Shirley 
Diese Aufnahme zeigt das klassische Talent des Mannes, dessen Geschichte den Film Green Book inspirierte, «Piano Jazz Legende» Don Shirley. Im griechischen Mythos heiratet Orpheus Eurydike, die in ihrer Hochzeitsnacht an einem Schlangenbiss stirbt. Orpheus folgt ihr in die Unterwelt, um sie zurückzugewinnen, und weil er ein grosser Musiker (Orphische Harfe) ist, lassen Persephone & Hades, Herrscher über das Reich der Toten, Eurydike gehen, sofern Orpheus nicht zurückblickt. Im Film besucht Don Shirley die Hölle der nach Rassen getrennten Südstaaten und entkommt. Im Gegensatz zu Orpheus blickt er nicht zurück, wobei Eurydike für seine eigene Integrität steht. Der Film hat Kritik von Don Shirleys Familie hervorgerufen, die sich darüber beschwert, dass es sich um eine weisse Version einer im Wesentlichen schwarzen Geschichte handelt. Wie dem auch sei, Shirleys musikalisches Talent bleibt unangetastet, und es ist ein Film voller Liebe und Humor geworden. (sgs)
Dixie Ragtime,1956


By The Way, I Forgive You
Brandi Carlile
Dies ist das sechste Studioalbum der Volkssängerin, Songwriterin und Produzentin Brandi Carlile, geboren 1981 in Ravensdale, Washington, einer kleinen Stadt unweit von Seattle. Schon im Alter von acht Jahren stand sie mit Country-Songs auf der Bühne, und ihr Repertoire erstreckt sich über eine Vielzahl von Stilen, worunter Pop, Blues und R&B. By The Way, I Forgive You erhielt einen Grammy Award für das beste Americana Album 2019 und unterstreicht Brandis unverwechselbare Stimme. Sie verliess die Highschool, um als Musikerin Karriere zu machen und brachte sich Klavier und Gitarre bei. Über ihre Lieder sagt sie: «Ich stehe fest hinter dem Glauben, dass Songwriting für mich nichts ist, was ich tue oder befehle, sondern etwas, das mir geschieht». Und «Egal, was ich tue, ich kann Country & Western-Musik einfach nicht aus meiner Stimme kriegen». Brandi steht ein für Anliegen, die von der Sensibilisierung für Gesundheitsfragen bis hin zur Ermächtigung von Frauen reichen. (Wikipedia)
Columbia Records, Februar 2018


Legends & Tales of Dolphins & Whales
The Sounding: Delphic
The Sounding sind Dave Grier (Ingenieur, Produzent, DJ), Kevin Lloyd (Produzent, DJ), Ian Middleton (Produzent, DJ), Max Middleton (Music Director, Keyboards) und Napier Marten (Produzent, Kreativer), eine Gruppe von Freunden, die Geschichten über die lange und enge Beziehung des Menschen zu Meeressäugern mit uns teilen möchten. Ihre gegenseitige Bewunderung, Liebe und Verpflichtung gegenüber den Walen spiegelt sich in der musikalischen Umsetzung von Mythen, Legenden und Geschichten über Wale, Delfine und Tümmler aus aller Welt wider. Schöpfungsgeschichten vieler alter Völker, wie die Dogon in Mali oder die alten Griechen, erzählen, wie Wale als menschliche Vorfahren, Retter von Seeleuten und Schwimmern auftreten, berichten von ihrer erstaunlichen Sinnlichkeit und Spielfreude und von der überraschenden Freundschaft, die sie für uns Menschen empfinden. Sie stehen für «unsere stärkste archetypische Verbindung mit der Natur, unserer Schöpferin». (Eco Hustler)
Miracle Meditation Music, Februar 2019


Data Mirage Tangram
The Young Gods: Figure sans nom
Die Schweizer Gruppe Young Gods hat endlich ein neues Album veröffentlicht. Unter den Flügeln des Leadsängers Franz Treichler entfalten sich riesige, atemberaubende Panoramen wie schöne Traumlandschaften am Rande des Schlafes. Acht Jahre ohne Studioalbum! Die Gods mögen die Ewigkeit auf ihrer Seite haben, doch war es an der Zeit, auf Everybody Knows etwas Neues folgen zu lassen und die Zeit der künstlerischen Verwirrung – in Treichlers eigenen Worten – nach Al Comets Weggang und seiner Ersetzung durch den ursprünglichen Gott Cesare Pizzi hinter sich zu bringen. Rock- und Elektro-Avantgardisten sind nicht für ihre rückwärts gewandte Haltung bekannt. Doch dreissig Jahre ununterbrochener Aktivität, gefeiert mit der Veröffentlichung eines achthundertseitigen Buchs im Jahr 2017, konnten den Willen der Gods nur stärken, ein neues Kapitel in ihrer ohnehin schon beeindruckenden Geschichte zu schreiben. (Rough Trade)
Two Gentlemen, Februar 2019


Hüh
Stephan Eicher & Trakorkestar
Als Sohn einer französischen Mutter und eines jenischen (Schweizer Zigeuner) Vaters singt Stephan Eicher seine Lieder in verschiedenen Sprachen, worunter Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Schweizerdeutsch und Romanisch. Manchmal verwendet er sogar verschiedene Sprachen im gleichen Stück. Neben seinem Erfolg in der Schweiz, vor allem mit Liedern in unserem Schweizer Dialekt, ist er ein Superstar in Frankreich, wo sein Publikum berührenderweise sogar seine Schweizer Texte mit singt. Hier verbindet er sich mit der Schweizer Fanfare Trakorkestar. Die Songs auf seinem neuesten Album sind nicht neu, aber Trakorkestar gibt ihnen eine völlig neue Note im Balkan-Sound. Stephan ist dafür bekannt, dass er sich leicht langweilt und sich alle paar Jahre neu erfindet. Hier haben wir das Ergebnis seiner letzten Transformation.
Universal Music, Februar 2019

februar 2019 – gut zu hören

Distant Light
Massive Hang mit Victoria Grebecz und Morgan Davenport
Noch einmal! Die Gründungsmitglieder von Hang Massive sind Danny Cudd und Markus Offbeat, Anhänger der buddhistischen Bewegung Balanced View. Sie trafen sich an den Gestaden Goas, wo sie viele Jahre lang die Wintermonate verbrachten und die belebende und kreative Atmosphäre genossen, die dort jede Saison blühte. Von Indien aus reisten sie zurück nach England, wo sie in der historischen Stadt Bath zusammen lebten und Musik spielten. Obwohl Hang Massive schon seit vielen Jahren Teil der Szene ist, liefert seine Musiker einen frischen und warmen Sound, der keinen kommerziellen Ansprüchen unterliegt und hier von der einschmeichelnden Stimme von Victoria Grebrecz begleitet wird.
Hang Music, January 2016


Down the Road Wherever
Mark Knopfler
Entwickelt wurde Down the Road Wherever in Knopflers Studio in West-London. Es ist sein neuntes Soloalbum. Der sanfte, entspannte Sounds offenbart einen melancholischen Musiker, der «in aller Ruhe elegante Lieder singt, die von einer Vielzahl von Themen inspiriert sind», wie es in der Pressemitteilung heisst. Das Album handelt oft von Männern auf der Durchreise. «An diesem Punkt seiner Karriere neigt Knopfler dazu, als sensibler englischer Balladensänger aufzutreten, der ein Talent dafür hat, über die eindringlichen, allgegenwärtigen Auswirkungen von Erinnerung und Gedächtnis zu schreiben. Der bald 70-jährige Musiker gibt sich neuerdings nachdenklich, ob es nun um die persönliche Geschichte im keltischen Lied One Song At A Time oder um das wehmütige Highlight Good on You Son geht.» (Rolling Stone) Tolle Gitarrensoli!
Grove Records, November 2018


Que Volà?
Calle Luz 
«Que Vola? (Was geht?) ist eine Gruppe bestehend aus drei kubanischen Percussionisten und einem französischen Jazz-Septett. Es ist eine Heirat zwischen der jugendlichen Energie und der Virtuosität beider Kulturen, getragen von spirituellen und rituellen afro-kubanischen Rhythmen. Als der Posaunist Fidel Fourneyron das Land besuchte, das seinen Vornamen inspirierte, war er sich nicht sicher, was er finden würde. Nach der Begegnung mit drei jungen Schlagzeugern (Adonis Panter Calderon, Barbaro Crespo Richard, Ramon Tamayo Martinez) kehrte er inspiriert nach Frankreich zurück, um tiefer in das spirituelle Erbe der afro-kubanischen Musik einzutauchen. Eine Idee packte ihn: Was wäre, wenn die Kraft alter Rituale auf die Poesie von John Coltrane treffen würde?» (Jazz World)


Un autre blanc
Salif Keita, mit Angélique Kidjo, Alpha Blondy und andere
Dies ist der – angebliche – Schwanengesang einer der grössten Stimmen in der afrikanischen Musik. Sie gehört einem Mann, der Ende der fünfziger Jahre im Dorf Djoliba in der Provinz Mandé in Mali geboren wurde. Als Albinist, «ein Weiser mit der tiefen Seele Schwarzafrikas», musste er seine Heimat verlassen, um einer Gesellschaft zu entkommen, die ihm seine vollen Rechte als Mensch verweigerte. Als verlorener Sohn kehrte er triumphierend zurück, nachdem er auf der ganzen Welt gespielt und gesungen hatte, «’sitzend‘, wie er sagt, ‚auf dem Vogel des Wissens, Lony, wo die von gemeinen Menschen geworfenen Steine dich nicht erreichen können.» Sein letztes Album für ein westliches Publikum konzipiert und etwas kommerziell. Aber Keitos Stimme enttäuscht nie: Sie trägt uns in die afrikanische Traumlandschaft unserer Herzen und Köpfe. (sgs)
Naiv, Dezember 2018


Love and Shadow
Ean Golden mit Jen Siah, Tulsi Bagnoli, Yemanjo, Layla El Khadri, JJ Jeffries, Daniel Miller und Richard Haughten
Dies ist das erste ekstatische Tanzalbum, das Ean und seine Freunde uns seit über fünfzehn Jahren bescheren. Es beginnt mit einem von Kehlkopfgesang begleiteten Trauerlied, das uns auf eine Strasse führt, auf der Trommeln klingen, während der Rhythmus subtil zunimmt. «Love and Shadow ist eine komplette Reise mit originaler Musik, die mehrere Genres, Stile und Stimmungen umfasst und darauf abzielt, spezifische Gefühle und Bewegungen auf einer ekstatischen Tanzfläche hervorzurufen. Sein Album ist zum Tanzen da, um Menschen zu ihrer inneren Reise zu führen.» (Evensi) Ean Golden ist ein progressiver Performance-DJ, der eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des digitalen DJ-ings auf der ganzen Welt gespielt hat.
Golden Apple, January 2019

january 2019 – gut zu hören

Distant Light
The Hollies
«Die Hollies traten weiter vor Ort, während die frühen 70er Jahre voranschritten. Distant Light bot nichts besonders Neues oder Unerwartetes, aber die Harmonien und das Songwriting blieben auf einem hohen Niveau und widerlegten alle Vorwürfe eines Verfalls. Zu populär für das Album-orientierte Publikum und nicht leicht und schaumig genug für den Popmarkt, wäre es völlig übersehen worden, wäre nicht der Überraschungserfolg von Creedence Clearwater Revival gleich klingendem Long Cool Woman in a Black Dress gewesen. In den Staaten fast nachträglich veröffentlicht, wurde Distant Light (zu Recht) zu ihrem grössten amerikanischen Hit. Sein Erfolg inspirierte die Rückkehr von Allan Clarke, nachdem er die Gruppe verlassen hatte, um kurzzeitig eine Solokarriere zu verfolgen.»
Epic, 1972


Distant Light
Violin Concerto by Peteris Vasks
Marc Bouchkov, violin, directed by Michael Guttman, Moscow Soloists Chamber Orchestra 

In einem einzigen, fast vierzig Minuten langen Satz, durchläuft der lettische Komponist Peteris Vasks (1946) Bewegungen von nackter Wut und gelassener Kontemplation bis hin zu eisiger Verzweiflung und erreicht am Ende eine riesige, unbehagliche Ruhe (“ein Gefühl der lichterfüllten Trauer”, wie der Komponist sagt). Stilistische Echos sind reichlich vorhanden: Schostakowitsch, Kancheli, Górecki und Pärt, aber auch Volksmusik, Vogelgesang und Hymnen bieten weitere Zutaten in diesem zugänglichen Cocktail, der an den beliebten und kritischen Erfolg von Voices, seinem äusserst effektiven Vorgänger für Streichorchester aus dem Jahr 1991, anknüpft. Hier spielt der charismatische belgische Geiger Marc Bouchov (Bild) 1865 den «Cheremetoff» J.B. Vuillaume, der von Brigitte Feldtmann in Hamburg grosszügig geliehen wurde. (Grammophon)
GJHS Music, 2018


Distant Light
Charles Fenckler
Charles André aka Charles Fenckler, geboren in Le Mans, ist ein junger französischer Produzent und der neueste Künstler, der sich dem bekannten schottischen Techno- und House-Label Soma angeschlossen hat. «Der elektronischen Musik von klein auf leidenschaftlich zugewandt, hat Fenckler sich zu einem vollwertigen Produzenten/Komponisten entwickelt, ein interessanter Techno-Stil, der zwischen tiefem und melodischem Dub-gesättigten Techno gleitet, Einflüsse zwischen Detroit und Berlin integriert und sich von Ikonen wie Juan Atkins, Dereck May und Shed inspirieren lässt. (Resident Advisor)
Soma Records, 2018


Distant Light
Psychedelic Sun’s
Das Album Distant Light ist eine Studioaufnahme in der Tradition von Psychedelic/Space Rock/Progressive Rock. Die finnische Ein-Mann-Band Psychedelic Sun’s wurde 2015 von Alex Hahn in Tampere gegründet. Er experimentiert gerne mit verschiedenen Instrumenten und singt dazu. Tracks werden in einem einzigen Arbeitsgang in seinem Heimstudio aufgenommen, um sie eher wie Live-Musik klingen zu lassen. Es ist das vierte Album des Solisten, das an die frühen Pink Floyd oder auch an Santana erinnert.
Aumega Project, 2018


Distant Light
Naibu 
Dies ist der zweite Track auf Manoevres, dem neuen Album des souligen französischen Drum n Base Performers und Produzenten Robin Leclair, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Naibu. Aufgewachsen in einem Vorort von Paris, begann Naibu seine Reise durch die Musik als Kind, das die Beatles liebte. Später verliebte er sich in gesampelte Musik, insbesondere in abstrakten Hiphop. Er verbrachte viele Stunden damit, die Musik anderer Leute zu hören, bevor Drum n Base um die Jahrtausendwende zu ihm gelangte. Als er von einem Freund mit einem Sequenzer bekannt gemacht wurde, gab es kein Zurück mehr. Robin Leclair ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten auf diesem Gebiet, deren Werk sich durch eine gewisse Knappheit und eine lyrische Romantik auszeichnet, die der Drum-n-Bass-Gemeinde normalerweise fehlt.
Cold Dimensions, 2018

dezember 2018 – gut zu hören

Ritmos del Sur
El Búho – Mix – Great Northern Forests Shambala Mixtape
Die Klänge des Regenwaldes wechseln sich ab mit denen von Flöten und melodiösen Xylophonrhythmen und sorgen für einen entspannenden und inspirierenden Lautteppich mit einem Hauch von Drum ’n Base. Mehr als 100 Minuten Tanz- und Trance-Musik aus den Anden, subtil und schön.
Club rhythms, Juli 2018


Duduk-Meditation – Erinnerungen an den Kaukasus (Armenische Flöte)
Mediative Musik erster Güte mit dem vollen Klang der Duduk-Flöte, die lokale Farbe und Stimmung verleiht. „Sowohl die traditionelle armenische Volksmusik als auch die armenische Kirchenmusik basieren nicht auf dem europäischen Tonsystem, sondern auf einem System von Tetrachorden. Die letzte Note eines Tetrachords dient auch als erste Note des nächsten Tetrachords – was viele armenische Volksmusik mehr oder weniger auf der Grundlage einer theoretisch endlosen Skala macht. Der Duduk ist ein altes Doppelrohrblatt-Holzblasinstrument aus Aprikosenholz.“ (Wikipidia) Es klingt irgendwie wie ein Doppelhorn. Die frühesten Instrumente, die der heutigen Form des Duduks ähnlich sind, bestehen aus Knochen oder ganz aus Rohr. Berühmte Duduk-Spieler sind Armen Grigoryan, Levon Minassian, Djivan Gasparyan oder Arsen Petrosyan.
Greenman Valley, September 2018


Aterciopelados – Dúo
Aterciopelados (Die Samtenen) besteht aus Andrea Echeverri und Héctor Buitrago und ist eine der ersten kolumbianischen Bands, die internationale Erfolge feiert. Ihre Musik verschmilzt Rock mit einer Vielzahl von kolumbianischen und lateinamerikanischen Musiktraditionen. Andrea, geboren 1965, ist die Leadsängerin und Gitarristin der Gruppe (und ausserdem Keramikerin). «Es ist möglich, die Entwicklung der lateinamerikanischen Alternativmusik zu verfolgen, indem man die Karriere von Andrea Echeverri verfolgt.» (Felix Contreras) Héctor Buitrago kam aus einer Hardcore-Rockband und spielte in Bogotas einzigem Rock-Lokal, wohin Andrea aufgrund von Tipps von Kunstschulfreunden gelandet war. Ihre musikalische Partnerschaft ist sehr erfolgreich, und beide Künstler haben auch Soloalben produziert.
National records, November 2018


Yuve Yuve Yu (Wie seltsam)
The HU Band
Dieses technisch hochstehende Video der Folk-Rock-Band The HU zeigt die Weite der mongolischen Landschaft und bezeugt für die Liebe der Band zu ihrem Land, durch den mongolischen Obertongesang, mit dem dieser Song durchsetzt ist. Wie so oft in der mongolischen Musik sind auch Pferde anwesend, und man kann sie im Beat hören. Leider konnte ich keine Informationen über die Band und ihren charismatischen Leadsänger finden, aber Yuve Yuve Yu ist definitiv ein Ohrwurm!
Tune Core, November 2018


The Gypsy Fairy Queen
YOLLO
Matterhorn Project 

Mit singenden Kühen und klingenden Glocken, Jodeln und Alphörnern und unterstützt von einem ansteckenden Disco-Beat aus den 80er Jahren ist MUH! Vom Matterhorn Project einzigartig in der Popgeschichte. Der Track stürmte 1985 die Schweizer und internationalen Charts und wurde bekannt und geliebt für seinen Sinn für Komik und das ironische Zitieren von Schweizer Klischees. MUH! ist auch als «moo song» in Südafrika, Japan und anderen Teilen der Welt bekannt, und die Franzosen nennen es «meuh». Im selben Jahr produzierten die Musiker PJ & die leider viel zu früh verstorbene Stella Wassermann ein weiteres Album namens Matterhorn Project, das in der Schweiz die Charts ebenfalls eroberte und einen weiteren Top-Ten-Hit namens Yo-Lollo-Diuh enthielt, den ersten jodelnden Disco-Track überhaupt. Der Link führt zum Remix.
PJ Wassermann, November 2018

november 2018 – gut zu hören

Dreams
Gábor Szabó
Gábor István Szabó (1936 – 1982) war ein ungarisch-amerikanischer Gitarrist, der Jazz, Pop, Rock und Zigeunermusik kombinierte. Nach dem Besuch des Berklee College of Music wurde Szabó Mitglied eines von Chico Hamilton geleiteten Quintetts, zu dem auch Charles Lloyd gehörte. Sie spielten das, was man als Chamber Jazz bezeichnet. Szabó wurde von der Rockmusik der 1960er Jahre beeinflusst, insbesondere durch den Einsatz von Feedback. Der Song «Gypsy Queen» aus Szabós Debüt-Soloalbum Spellbinder wurde zum Hit für Carlos Santana. In den späten 1960er Jahren spielte Szabo in einer Gruppe mit dem Gitarristen Jimmy Stewart. Mit Gary McFarland und Cal Tjader gründete er das Label Skye Records. Es zog den Gitarristen in den 1970er Jahren weiter zum kommerzielleren Pop. Er trat oft in Kalifornien auf, kombinierte Elemente der Zigeuner- und indischen Musik mit Jazz und stand auch immer wieder auf der Bühne in seiner Heimat, wo er kurz vor seinem 46. Geburtstag verstarb. (Wikipedia)
Skye, 1968


Warzone
Yoko Ono
Die 85-jährige Yoko ist immer radikal. Und dazu diese eindringliche japanische Stimme! Yoko ist immer mutig, eine Künstlerin, die Dinge ausagierte, als niemand wusste, was eine Performance ist, die sich selbst und alles, was sie tut, als Gesamtkunstwerk versteht, etwas, das sich nur wenige leisten, geschweige denn leben können. Als Yoko Ono John Lennon heiratete, hatte ich nichts dagegen. Wie auch anderswo verbrachte sie in Toronto im Rochedale College, wo ich zufällig auch wohnte, eine Woche im Bett mit meinem Lieblings-Beatle. Mit Klaus Voormann und der Plastic Ono Band absolvierte sie ihren ganzen Auftritt beim berühmten Rock & Roll Revival schreiend in einem Sack, was ich verstörend, aber auch groovy fand, cool. Der Rest ist Geschichte. Hier haben wir es mit einem fabelhaften Spätwerk zu tun. Bravo! (sgs)
Sony Music, Juli 2018


Wanderer – Stay
Cat Power
Charlyn Marie „Chan“ Marshall (1972), besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Cat Power, ist eine amerikanische Sängerin und Liedermacherin, Musikerin, Gelegenheitsschauspielerin und ein Model. Cat Power war ursprünglich der Name von Marshalls erster Band, ist aber zu ihrem Künstlernamen als Soloartistin geworden. Wanderer ist ihr zehntes Studioalbum. Sie sagt:  «Der Weg, den mein Leben auf dieser Reise genommen hat – von Stadt zu Stadt, mit meiner Gitarre, die meine Geschichte erzählt; mit Ehrfurcht vor früheren Generationen von Volkssängern, Bluessängern und alles dazwischen. Sie waren alle Wanderer, und ich habe das Glück, unter ihnen zu sein.» Marshall brach 2012 mit Zyklen von Drogenmissbrauch und Lampenfieber und hat sich oft neu erfunden.
Domino Records, Oktober 2018


La Fenice (Trailer + weitere Stücke)
Keith Jarrett
Dieses lange erwartete Doppelalbum präsentiert Keith Jarretts Konzert im Gran Teatro La Fenice in Venedig vom Juli 2006. La Fenice (der Phönix) findet ihn dabei, den Fluss der Inspiration in eine Suite von acht spontan entstandenen Stücken zu lenken, die sich auf alles vom Blues bis zur Atonalität beziehen. Vom ersten Ton an ist es eine durchweg fesselnde Reise. Zwischen den Teilen VI und Teil VII geht Jarrett überraschend, aber sehr bewegend in «The Sun Whose Rays» über, aus Gilbert und Sullivans Oper The Mikado. Zugaben sind das traditionelle Lied «My Wild Irish Rose» (zuvor aufgenommen von Jarrett auf The Melody At Night With You), dem zeitlosen Standard «Stella By Starlight», den das Trio mit Gary Peacock und Jack DeJohnette oft spielte. Das Konzert endet mit einer zarten Version von Keiths Melodie «Blossom», die 1974 mit Jan Garbarek, Palle Danielsson und Jon Christensen erstmals auf dem Album Belonging eingespielt wurde.
EMC, Oktober 2018


The Gypsy Fairy Queen
Marianne Faithfull
Da ihr neustes Album, Negative Capability, mit Nick Cage, erst am 2. November erscheint, hier die Lead-Single. Faithfull hat versprochen, dass ihr 21. Album, „das ehrlichste bisher“, ein  «folkiges» Gefühl vermitteln wird. „Marianne ist seit langem unübertroffen, wenn es darum geht, die Lieder anderer Leute neu zu interpretieren und sie zu ihren eigenen zu machen. Sie sucht nach Worten sucht, um das Herz der Komposition zu treffen, und verleiht ihr eine eigene, einzigartige Bedeutung, indem sie jede Silbe klar betont und aus dem Bauch heraus mit Gefühl auflädt. Auch wenn sie es damals noch nicht wusste, begann dieser Prozess mit As Tears Go By, als sie sich selbst in den Song einbrachte und auf ihr Leben zurückblickte. Das Album unterstreicht ihren einzigartigen Platz als Naturgewalt im pochenden Herz der modernen Musik.“ (Total Entertainment)
Panta Rei, September und November 2018

oktober 2018 – gut zu hören

European Heartbreak
Amber Arcades
Am 15. Dezember 1988 als Annelotte de Graaf geboren, verfügt die niederländische Sängerin und Songschreiberin über einen Master-Abschluss in Recht. Sie war als Assistentin für das Kriegsverbrechertribunal der Vereinten Nationen tätig, ehe ihre Musikkarriere begann, als sie in New York ein Album aufnahm, das sie mit Geld finanzierte, das sie seit ihrer Jugend angespart hatte. So wurde Heavenly Recordings auf sie aufmerksam, was im Juni 2016 zu ihrem ersten Album Fading Lines führte. European Heartbreak ist ihr zweites. Über dessen erstes Stück, Simple Song, sagt Amber: «Dieses Musikvideo ist der zweite Teil einer Trilogie, die eine moderne europäische (Liebes)geschichte erzählt und dabei diverse Gedanken und Gefühle anspricht, die mein neues Album inspirierten. Der Einsatz des Mediums Film, um diese Geschichte zu erzählen, verbindet es mit einer der zentralen Ideen der Aufnahme, nämlich, dass das Erzählen von Geschichten wesentlich für unser Lebensverständnis ist».
Heavenly Recordings, April 2018


Elephants on Acid
Cypress Hill
Das erste Video auf dem neunten Album von Cyprus Hill, ihrem ersten seit neun Jahren, wurde in Cairo gefilmt und hat einen orientalischen Touch, doch jedes Stück auf diesem abgedrehten, «halluzinogenen» Album ist anders und weist unerwartete visuelle Ideen und Effekt auf, die auf einer grossen Auswahl an Instrumenten eingespielt wurden. «Voller Sitare, Gitarren, Orgeln, Nuggets-Rhythmen and Vinylscratching, beschreibt Elephants ein schlechter Trip mit Bildern von 1967-72; ein Hip-hop Blunt, gerollt auf den Plattenumschlägen von Vintage-Rock-Aufnahmen. DJ Muggs sagt, mit einer Ausnahme – ein Sampling der japanischen Smooth Jazz-Gruppe Hiroshima  – wurden alle Tracks auf dem Album von den Musikern und dem Produzent selbst gespielt». (Rolling Stone) So gut und humorvoll wie immer.
BMG, August 2018


An American Treasure (4 CD Box Set) – Keep a Little Soul
Tom Petty and the Heartbreakers
Nach Tom Pettys Tod, vor etwa einem Jahr, entdeckten seine Frau und Tochter zusammen mit Bandmitgliedern Mike Campbell und Benmont Tench, in Pettys Archiv eine Fülle an unveröffentlichtem Material, vor allem Mitschnitte von Konzerten. Diesem Umstand verdanken wir ein posthumes  Best Of einem der bescheidensten und  produktivsten Rockmusiker. Thomas Earl Petty, geboren 1950 in Florida, war Sänger, Songschreiber, Multi-Instrumentalist, Plattenproduzent und Schauspieler. Am bekanntesten als Sänger von Tom Petty and the Heartbreakers, war er auch Gründungsmitglied der Superband The Travelling Wilburys, bei der er selbst, George Harrison, Bob Dylan, Roy Orbison und Jeff Lynne vom Electric Light Orchestra mit spielten. Diese Aufnahme zeigt uns einen schelmischen Petty, auf der Bühne in den Siebzigern.
Reprise Records, Juli 2018


Auswahl
Frédéric D. Oberland
Geboren am 18, August 1978, macht sich der französische Musiker, Fotograf, Künstler, Multi-Instrumentalist und Tüftler mit der gleichen Leidenschaft über jedes Instrument her, das er in die Hände kriegt (Fender Rhodes, Harmonium, Banjo, gefundene Objekte, Spielzeuginstrumente, Saxophon, Theremin, Pantophon, Computermusik). Als Komponist und Musiker arbeitete er mit einer Fülle an Talenten zusammen und widmet seit 2009 einen Grossteil seiner Zeit einem Projekt namens FareWell Poetry, ein Kollektiv bestehend aus Pariser Musiker und der Dichterin/Filmregisseurin Jayne Amara Ross. Dank der Aufmerksamkeit, die sein erster live Auftritt genoss, tritt er mit diesem Experimentalfilm-, Poesie- und musikbezogenen Projekt seither an Filmfestivals, in Kirchen, Konzerthallen und anderen experimentellen akustischen Räumen auf, begleitet von einer breiten Palette an Gastmusikern.
VoxVox 2015


Henry Dutilleux – Symphonie No. 1
Orchestre national de Lille mit Jean-Claude Casadeus
1977 eingespielt vom Nationalen Orchester der Stadt Lille, ist dies die erste Orchestrierung einer ganzen Reihe von französischen und anderen Orchestern, die sich dieser wunderbaren modern-klassischen Komposition von Henry Dutilleux annahmen. Er komponierte sie 1951 für 85 Instrument. Dutilleux (1916-2013) kam aus einer Familie, die mehrere Künstler und Wissenschaftler hervorbrachte. Hauptschlich aktiv in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts (zwischen Messiaen und Boulez), arbeitete er 1945 bis 1963 als Produktionsleiter von Radio France und von seinem Studio der Pariser Île St.Louis aus. Unter seinen Werken finden wir Sonaten, Kammer- und Klaviermusik, Gesangstücke, Musik für Ballett und Theater sowie Filmmusik. Überdies arrangierte er die Musik anderer Komponisten. Dutilleux’ Sinfonie Nr. 1 ist etwas eine halbe Stunde lang und besteht aus vier Sätzen: 1. Passacaglia; 2. Scherzo molto vivace; 3. Intermezzo; 4 Finale con variazioni.
Naxos Classics, 1977

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