goodnews 2024 – jahresbericht 2023 der gaiamedia stiftung

Nach einem ruhigen Jahresanfang mit regelmässig stattfindenden Anlässen in der gaiamedia lounge, wie THE  PSYCHEDELIC  SALON und dem Psychedelischen Integrationszirkel, startete ein Jahr voller Ereignisse mit dem Bicycle Day am 19. April das 80. Jubiläum der Entdeckung des LSD sowie dem 30. Jubiläum unserer Stiftung am 23.Juli.

An erster Stelle ist der alljährlich durch die gaiamedia Stiftung organisierte „Velo-Cortège“ anlässlich des Bicycle Day, zu nennen. Eine grössere Gruppe von Mitgliedern und Sympathisant*innen radelte analog zu Albert Hofmanns Velofahrt mit seiner Laborassistentin Susi Ramstein entlang der historischen Route von der Sandoz in Basel zu seinem Wohnhaus nach Bottmingen. Es war ein farbenfroher und lustiger Anlass, in dessen Anschluss ein Umtrunk in der gaiamedia lounge stattfand

Zum 80. Jahrestag der Entdeckung des LSD wurden in Basel unter dem Titel #LSD8∞0 zudem zwei grosse Anlässe durchgeführt, die mit ideeller und teilweise personeller und finanzieller Unterstützung durch die gaiamedia Stiftung stattfanden.

Dem wissenschaftlichen Teil, einem durch die Schweizerische Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie (SÄPT) organisierten Symposium, wurde von der gaiamedia Stiftung eine Defizitgarantie zugesprochen, die dank der guten finanziellen Ausgangslage zur Durchführung des künstlerischen Schwesteranlass im OstQuai in Basel, seitens Eleusis Society, die Schweizer Psychedelische Gesellschaft, umgewidmet werden konnte.

Beide Anlässe waren bis auf den letzten Platz besetzt, und deckten mit den Beiträgen zahlreicher Referent*innen, Musiker*innen und Künstler*innen, deren Vorträgen, Konzerten, Auftritten, Kunstwerken und Happenings ein sehr breites Spektrum rund um die neusten Entwicklungen um das Themenfeld der Psychedelik ab. LSD.#LSD8∞0 ermöglichte sowohl Fachleuten wie Laien einen tiefen Einblick in das mannigfaltige Themenfeld, dem sich die gaiamedia Stiftung widmet. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Beteiligten für ihr Engagement bedanken.

Im Juli feierten wir das 30jährige Bestehen der Stiftung mit einem Fest im Hof der gaiamedia lounge. Es kamen zahlreiche Freund*innen, Mitglieder und Gönner*innen unserer Stiftung. Der Anlass wurde vom Musiker Alain Meyer mit einem fantastischen Set live begleitet.¨

Neben den regelmässigen Öffnungszeiten am Donnerstagnachmittag, steht die gaiamedia lounge  den Mitgliedern und Gönner*innen der Stiftung jederzeit zur Verfügung. Diese können die gaiamedia lounge nach Absprache für eigene Veranstaltungen wie Vorträge, Filmvorführungen oder Treffen gemeinnütziger und kommerzieller Art, für Sitzungen oder als Recherche- und Arbeitsort nutzen. So wird die gaiamedia lounge von der Psychedelic Awareness & Research Association Basel (PARAB) als Stammlokal genutzt.

Es wurden leichte Renovationen vorgenommen. Die gaiamediahek – unsere einzigartige Sammlung von Büchern, Magazinen und Artefakten zu den Themen Psychedelik, Bewusstsein, Literatur, Ökologie, den Sixties und Schamanismus – wurde auf rund 3500 Titel erweitert und steht nun endlich als Handbibliothek zur Verfügung. Die aufwändige Katalogisierung des Bestands geht voran und soll 2024 den ersten Meilenstein „gesichtet und inventarisiert“ erreichen. Es steht weiterhin die Idee im Raum, dass sich eine Zusammenarbeit mit der Bibliotheca Psychonautica entwickelt.

Die gaiamedia goodnews werden monatlich in deutscher und englischer Sprache an rund 5500 Abonnent*innen weltweit versendet. Die Integration der gaiamedia goodnews mit den Social-Media-Kanälen der gaiamedia Stiftung und dem gut frequentierten, mit zahlreichen Videos bestückten gaiamedia Foundation Basel YouTube-Kanals ist in Arbeit.

Susanne G. Seilers PSYCHEDELIC  SALON Basel, Schwesteranlass des gleichnamigen Salons im Cabaret Voltaire in Zürich, findet jeden 3. Donnerstagabend im Monat statt und hat eine regelmässige Besucherschaft gefunden, die sich zu aktuellen Themen aus Wissenschaft und Forschung austauschen.

Im Dezember 2023 haben wir mit James Merron einen neuen Geschäftsleiter gefunden. James ist nach seinem Postdoktorat zur „Beziehung zwischen Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft“ an der Universität Basel zu uns gestossen. Er löst Jonas Hässig ab, der sich nunmehr um sein eigenes Projekt kümmert. Wir danken Jonas herzlich für die erbrachte Arbeit und wünschen alles Gute.

Ein grosses Dankeschön geht an unsere wunderbaren Beiräte Susanne G. Seiler und Jean-Michel Stoessel. Eure tatkräftige Unterstützung schenkt der gaiamedia Stiftung die nötige Dynamik.

Zwischen den Stiftungsräten Marion Neumann, Laura Bättig, Alexander Suter und Kerim Seiler besteht eine gute Zusammenarbeit. Auch 2024 warten wieder schöne Projekte und vielen Anlässe an der Hochstrasse 70 in Basel auf Sie. Kommen Sie uns besuchen!

Kerim Seiler, Mitglied des Stiftungsrats

P.S. Sie finden uns in der gaiamedia lounge, im Hinterhof der Hochstrasse 70 (hinter dem Bahnhof Basel SBB, Tramhaltestelle Peter Merian), jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 h. Herzlich willkommen!

goodnews april 2024 – editorial: bicycle day

Vor einundachtzig Jahren, am 19. April 1943, radelten Albert Hofmann und seine Laborantin Susi Ramstein – die erste Frau, die LSD nahm – vom Sandoz-Hauptsitz im Basler Wettstein-Quartier nach Bottmingen, dem Vorort, in dem der Chemiker mit seiner Familie wohnte. Hofmann hatte etwa eine Stunde zuvor zum ersten Mal absichtlich LSD genommen.

Seit 2018 lädt die Gaia Media Stiftung dazu ein, die rund vier Kilometer lange Strecke zurückzuverfolgen und dabei an die vielen spirituellen Abenteuer Albert Hofmanns und den Mut der jungen Susi Ramstein als erste Tripsitterin zu erinnern.

Wir treffen uns am Freitag, 19. April, ab 16 Uhr in der gaiamedia lounge im Hinterhof der Hochstrasse 70 (siehe unten). Pünktlich um 17 Uhr fahren wir zum Novartis-Campus und von dort mit dem Velo nach Bottmingen, um das Wohnhaus von Albert Hofmann zu besichtigen, wenn auch nur von aussen. Von dort kehren wir gegen 18 Uhr in die Lounge zurück, wo eine Happy Hour mit psychedelischer Musik aus den Sechzigern und Siebzigern und Snacks auf uns warten.

Auswärtige können hier oder hier ein Fahrrad mieten.

Wer am Programm unserer Partnerin, der Schweizerischen Psychdelischen Gesellschaft – Eleusis – teilnehmen möchte, kann dies am OstQuai tun, dem ehemaligen Basler Frachthafen, nahe der deutschen Grenze. Sie werden die Lounge gegen 19 Uhr verlassen. Die Party beinhaltet eine kollektive Erfahrung, einen Gesprächskreis und ab 20.30 Uhr ekstatischen Tanz sowie ein Konzert. Alle sind willkommen. Tickets können hier erworben werden.

Wir zählen auf möglichst viele von Ihnen. Bitte geben Sie uns Bescheid, ob Sie mitfahren und zum Apéro kommen wollen, damit wir wissen, mit wie vielen Teilnehmern wir rechnen dürfen. Unsere Happy Hour endet gegen 21 Uhr oder wenn die letzten Teilnehmer gegangen sind.

Wir freuen uns auf das Zusammensein mit Ihnen!

Marion Neumann Susanne G. Seiler
Mitglied des Stiftungsrats Redaktion gaiamedia goodnews
Gaia Media Stiftung & Eleusis Gesellschaft

P.S. Sie finden uns in der gaiamedia lounge, Hochstrasse 70 (hinter dem Bahnhof Basel SBB, Tramhaltestelle Peter Merian), jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 h. Herzlich willkommen!

goodnews märz 24 – editorial

safe tripping

In den sechziger und siebziger Jahren begaben sich junge und unerfahrene Menschen – wie ich – auf LSD und andere -Trips, ohne zu wissen, wie man sie sicher macht. Wir hatten zwar von Set und Setting gehört, aber die Begriffe Trip-Sitting und Safe-Tripping wurden erst viel später geprägt. Wir verliessen uns oft auf Leute, die wir kaum kannten, um uns auf Trips zu begleiten, von denen sie selbst keine Ahnung hatten. Glücklicherweise waren wir oft Teil kleinerer oder grösserer Gruppen Gleichgesinnter, die uns ein gewisses Mass an emotionaler und physischer Sicherheit boten. Die Tatsache, dass wir jung und unbeschwert waren, brachte uns überwiegend positive Erfahrungen. Wenn junge Erwachsene auch am häufigsten in Schwierigkeiten gerieten, so liegt das daran, dass die Konsumenten psychedelischer Substanzen meist unter 25 Jahre alt sind. Ältere Probanden wären vielleicht besser vorbereitet, aber hätten sie so viel Psychedelika genossen wie wir Jungen, wäre es auch bei ihnen häufiger zu problematischem Konsum gekommen.

Was für sichere Trips gilt, gilt auch für das Leben im Allgemeinen. Warum stolpern manche Menschen immer wieder über Scharlatane und Heuchler, während andere mühelos die richtigen Ärzte, Freunde, Lehrer oder Quellen finden? Liegt es vielleicht daran, dass manche so traumatisiert sind, dass sie keinen Kontakt zu ihren Gefühlen mehr haben? „Wenn es sich gut anfühlt, dann tu es!“, lautet eine alte Hippie-Weisheit. Aber auch das Gegenteil ist wahr: „Wenn es sich nicht gut anfühlt, tu es nicht!“ Am besten man hält Augen offen für seine Umgebung und beobachtet gut. Fragen Sie sich bei psychedelischen Therapien oder Heilkreisen: Sind Ihre potenziellen Lehrer oder Therapeuten gut vorbereitet? Sind sie herzlich und grosszügig oder unnahbar und teuer und/oder unzureichend ausgestattet? Haben sie einen Sinn für Humor und lächeln sie oft? Oder sind sie von der Sorte, die ihre Gefühle nicht verraten, welche von stoisch bis streng reichen? Sind Sie eingeschüchtert?

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie den Raum betraten bzw. in diese neue Situation gerieten? Was waren Ihre ersten Eindrücke? Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Eifer, bestimmte Erfahrungen zu machen, Ihr Urteilsvermögen trübt. Entscheiden Sie nicht, dass Sie auf jeden Fall mitmachen! Informiert zu sein, hilft Ihnen zu wissen, was Sie erwartet, und bessere Entscheidungen zu treffen. Wie Terence McKenna sagte, fängt die Auseinandersetzung mit Psychedelika im Internet oder mit Büchern an.

Alternativ können Sie Ihr Bewusstsein erweitern, indem Sie sich in die Natur hinauswagen. Bald ist der Frühling da!

Herzlich Ihre
Susanne G. Seiler

P.S. Sie finden uns in der gaialounge, Hochstrasse 70 (hinter dem Bahnhof Basel SBB, Tramhaltestelle Peter Merian), jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 h. Herzlich willkommen!

transzendenz und immanenz

transzendenz und immanenz

In den Sechzigern sprach man unter Hippies gern davon, «den ganzen Mist zu überwinden». Leider erwies sich dieser als hartnäckig, auch wenn einzelne Fortschritte dabei machten.

In der Religionsphilosophie beziehen sich die Begriffe Transzendenz und Immanenz auf die Frage, ob Gott fern von seiner Schöpfung weilt oder ob er ein Teil von ihr ist. Umgangssprachlich erleben Menschen Transzendenz als ein Überschreiten ihres gewohnten Bewusstseinszustandes. Dies wird durch Gebet, Meditation, Kontemplation, Tanz, Gesang, Musik, Visionen oder Psychedelika erreicht.

Immanenz braucht nichts davon. Sind Sie wie ich Pantheistin, glauben Sie, dass Gott oder das Absolute ein wesentlicher Teil von allem ist, und dass es deshalbnichts gibt, wonach man streben muss, um ein Teil von Ihm, Ihr, Es oder Them zu sein. Meditation, Kontemplation und Achtsamkeit betrachte ich als spirituelle Hygiene, was sicher nicht verkehrt ist.

Im biblischen Gleichnis von Moses und dem brennenden Dornbusch (Ex 3,1- 4,17) wird das klassische Argument für Transzendenz vorgebracht, als Moses Gott zum ersten Mal begegnet. Er fordert ihn auf, seine Schuhe auszuziehen, da Moses auf heiligen Land steht. Menschen wie ich argumentieren, dass wir immer auf heiligem Land stehen. Himmlische Visionen und Ratschläge aus Quellen ausserhalb unserer selbst sind nicht zu verachten: Immanenz ist universell, Transzendenz das Vehikel, das uns zu dieser Erkenntnis führt.

Um das zu überwinden, woran unsere Gesellschaft krankt, müssen wir uns fragen, was wirklich zählt. Die drei wichtigsten Dinge für uns als unabdingbarer Teil der Schöpfung sind: Natur. Frieden. Menschlichkeit. Natur bezieht sich auf unseren Umgang mit der Schöpfung, die uns anvertraut ist. Frieden bedeutet, uns um weniger Krieg und Unfrieden auf der Welt zu bemühen. Menschlichkeit steht synonym für Mitgefühl, damit wir unser gegenseitiges Auskommen auf individueller und kollektiver Ebene verbessern.

Ich sage nicht, das sei einfach, doch die schmerzliche Schönheit unserer Welt verdient unsere besten Bemühungen.

Ihre
Susanne G. Seiler

januar 2024 – das imposter syndrrom

Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie seien nicht wirklich die Person, die Sie verkörpern? Dass Sie eine vorgegebene Rolle spielen und Ihre Leistungen nicht wirklich die Ihren, sondern nur vorgetäuscht sind? Sie haben zwar studiert und Ihren Abschluss gemacht, und Sie haben eine Karriere und eine Familie oder andere geliebte Menschen. Und doch denken Sie manchmal, Sie täten nur so, als wären Sie die Person, der Sie sind. Das ist nicht ungewöhnlich, berühmte spirituelle Lehrer wie Ram Dass oder Claudio Naranjo kämpften mit diesen Gefühlen, standen vor dem Spiegel und fragten sich, ob sie echt seien. Es ist normal und gesund, dass wir uns selbst in Frage stellen.

Ob Sie ein Hochstapler sind oder nicht, hängt von dem Grad der Authentizität ab, den Sie in Ihr persönliches und berufliches Leben einbringen. Wenn Sie bis zur –geistigen oder körperlichen – Erschöpfung versuchen, es allen recht zu machen, wenn Sie unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden und sich nur unzureichend um Ihre eigenen körperlichen, geistigen und emotionalen Bedürfnisse kümmern, werden Sie sich am Ende fake vorkommen. Irgendetwas muss an Ihnen und dem, was Sie sind, verkehrt sein. Vielleicht sogar völlig verkehrt?

Unsere Persönlichkeit ist ein Teil von uns, von dem wir uns nur schwer trennen können. Das Ego dient als unser Schutzschild, genauso wie es dafür sorgt, dass wir soziale Situationen meistern können, indem wir die von uns erwarteten Rollen erfüllen. Genauso wichtig ist es aber auch, unsere unterbeleuchteten und überschwänglichen Persönlichkeitsanteile abzulegen, um in unsere Mitte zu kommen.

Herzlich Ihre
Susanne G. Seiler

P.S. Sie finden uns in der gaialounge, Hochstrasse 70, jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 h. Herzlich willkommen!

dezember 2023 – editorial

marschieren

Zwischen 1978 und 1992 versammelten sich europäische Bürgerinnen und Bürger in grosser Anzahl, marschierten für den Frieden und gegen das Wettrüsten und das Wachstum von Militärhaushalten im Allgemeinen. Sie wollten nicht nur Frieden im eigenen Land, sondern überall auf der Welt. Damit lancierten sie eine Idee, eine Option, die zuvor niemand ernsthaft in Betracht gezogen hatte. Im ewigen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, der unser Los ist, half die Friedensbewegung, die Dinge in eine positivere Richtung zu lenken. Es folgte ein gewisses Mass an Abrüstung. Zu unserer Überraschung brach der Kommunismus fast über Nacht zusammen. Naiv dachten wir, mit West- und Osteuropa sei nun alles in Ordnung, und liessen den Dingen ihren Lauf.

Seitdem sind wir wieder und wieder mit dem Wahnsinn des Krieges konfrontiert worden. Das muss aufhören. Wir müssen wieder auf die Strasse gehen. Wir wollen uns nicht nur gegen eine Vielzahl kleinere Ungerechtigkeiten wehren, sondern FÜR das eine Gut, das uns zu vereinen vermag. Gleich, wo wir auf unserem angeschlagenen Planeten leben, gleich, welcher Religion wir angehören, welche Hautfarbe wir haben, ob wir männlich oder weiblich sind oder viele Schattierungen davon: Wir brauchen Frieden, um ein sinnvolles und erfülltes Leben zu führen.

Die einzige zeitgenössische Bewegung, die mit der Friedensbewegung der achtziger Jahre mithalten kann, ist Fridays for Future, die ökologischen Märsche, die im Gefolge von Greta Thunbergs einsamem Schulstreik entstanden sind. Kriege und Konflikte schaden der Umwelt immens, ganz zu schweigen von dem Leid, die sie kollektiv und individuell verursachen. Frieden und das Wohlergehen unseres Planeten gehen Hand in Hand.

Der nächste Ostersonntag, der 31. März 2024, ist ein ideales erstes Datum für eine neue Reihe von Friedensmärschen und könnte der Tag der Auferstehung der Friedensbewegung sein, ein Fest für die Erde und unserer gemeinsamen Menschlichkeit. Um Teil dieser Wiederbelebung zu sein, reicht marschieren allein allerdings nicht. Die Wunsch nach Frieden muss sich auch in unserem Alltag einnisten.

Neben Liebe ist Frieden die wichtigste Kraft, die uns, unsere Familien und unsere Umwelt unterstützt. Ohne Frieden ist das Leben die Hölle. Erinnern wir uns daran, dass Kriege gegen unseren Willen geführt werden!  Die Missachtung des Volkswillens durch Minderheiten zu verhindern, ist etwas, worüber wir sprechen müssen. Wie tief unsere Realitäten auch auseinander klaffen mögen, wenn wir uns in einem Punkt einig sind, dann ist es über unser gemeinsames Bedürfnis nach einem Leben in Sicherheit.

Lassen Sie uns nicht nur zu dieser Jahreszeit nach Frieden streben. Es liegt an unserer Lust, die Welt wieder ein Stückchen besser zu machen.

Frieden auf Erden und frohe Festtage für Sie alle!
Herzlich Ihre
Susanne G. Seiler

P.S. Sie finden uns in der gaialounge, Hochstrasse 70 (hinter dem Bahnhof Basel SBB, Tramhaltestelle Peter Merian), jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 h. Herzlich willkommen!

P.S.S. Das historische Stadthaus am Spalenberg, Ecke Nadelberg in Basel, in dem Dieter Hagenbach lebte und arbeitete, steht nach wie vor zum Verkauf. Wenn jemand mit Interesse an Psychedelik es erwerben und uns helfen möchte, es in ein LSD-Museum umzuwandeln, das die Geschichte von LSD, unsere Bibliothek und ein psychedelisches Informationszentrum beheimatet, lassen Sie es uns wissen!

P.S.S.S. Alles Gute zum 70.Geburtstag, lieber Rick Doblin!

november 2023 – goodnews editorial

nehmt das geld!

Colorado hat in den ersten beiden Quartalen 2023 bereits 2.5 Milliarden an Steuern auf Cannabis und Cannabisprodukten eingenommen, fast so viel wie im ganzen Jahr davor. In Denver wird die alte Siedlermeile renoviert. Zuschüsse fliessen links und rechts. In Kanada ging seit der Legalisierung in 2018 der illegale Anbau und Vertrieb von Cannabis um die Hälfte zurück. Der wirtschaftliche Faktor spielt auch hier. In Kalifornien, Oregon und einer Reihe anderer amerikanischer Staaten ist Cannabis und zum Teil auch Psilocybin frei erhältlich, sofern man mindestens18 Jahre alt ist. In Thailand geht es neuerdings zu und her wie in Amsterdam; in Luxemburg wurde schon 2001 gelockert. Entsprechende Gesetzesänderungen betreffend Cannabis haben auch Südafrika, Tschechien, Portugal, Mexico oder Honduras vorgenommen.

Und was machen wir? Wir halten den grossen Zeh ins Wasser mit Pilotversuchen in allen grösseren Schweizer Städten und schleudern mit Geld um uns, als gäbe es kein Morgen. Es reicht nicht, sich diskret im trauten Heim bei Cannabis zu entspannen, wir sollen es jetzt kontrolliert tun. Ich habe sowohl das Marihuana als auch das Haschisch aus einer kontrollierten Zürcher Probe versucht. Na ja.

Wir sollen in Klubs high werden. Nett für diejenigen, die Kontakt suchen, aber was ist mit meinen kreativen Bedürfnissen? Was wenn ich ins Kino oder ins Theater gehen möchte? Jemand besuchen? Schreiben, lesen, zeichnen, malen, Musik oder Yoga üben. Sport treiben. Soll das alles publik stattfinden? Sind KifferInnen Leute, die breit in der Gegend rum hängen und sich knapp mit dem Nachbarn, der Nachbarin austauschen können?

Soll das Private völlig aus unserem Leben verschwinden? Ich sehe es als ein Grundrecht an, mein Leben abseits der Öffentlichkeit leben zu dürfen. Ich habe nichts gegen Offenheit und Bekanntheit, aber mein Leben gehört dennoch mir und ich entscheide, wann ich mit anderen zusammen sein möchte. Die Schweizer Gesundheitsbehörden täten gut daran, eine Kehrtwende in der Drogenpolitik zu vollführen und alle Cannabisprodukte für legal zu erklären, sofern sie sich an gewisse Standards halten, analog der Vorgehensweise bei CBD.

Cannabisanbau will gelernt sein. Es müssen Profis ran, was qualitativ zu begrüssen wäre. Dabei muss es möglich bleiben, dass auch kleinere Produzenten ein Einkommen generieren. Es muss einen Markt für Spezialitäten geben, bei dem die grossen die kleinen Züchter unterstützen, indem sie zum Beispiel Laborzeit und -platz zur Verfügung stellen, damit auch Aussenseiter den behördlichen Standards entsprechen können. BürgerInnen selbst ihre Pflanzen ziehen zu lassen, ist auch eine prima Idee, solange man nicht mehr als vier Bio-Pflanzen pro Haushalt erlaubt, sonst sind wir irgendwann überwuchert.

Unsere Behörden wollen wieder einmal alles mit dem Massstab regeln und mit der Zahnbürste von jeglicher Patina befreien. Dabei sind die Männer und Frauen, die sich für Pilotversuche anmelden, lediglich der Schwanz des Elefanten im Raum. Der Elefant sind wir, die unzähligen anderen, die wir Hanf als – gelegentliches – Genussmittel mögen, sei es als Alkoholersatz oder zur Entspannung nach der Arbeit, vor dem Sex oder um Musik zu hören. Wir beteiligen uns an keinen Pilotprojekten und haben kein Interesse daran, in «Social Clubs» mittelmässige Ware zu konsumieren.

Wissen unsere Politiker immer noch nicht, dass es besser ist, den Markt sich selbst regeln zu lassen und dazu die Leitplanken zu stellen, also die Standards festzulegen und Bewilligungen zu vergeben, als sich wie Helikoptereltern über jede Pflanze und jede/n Konsumente/in zu beugen? Und was draussen wächst, soll fürs ganze Jahr reichen? Wie kann man je die Oberhand gewinnen, wenn man derart an der Wirklichkeit vorbei politisiert!

Mit herbstlichen Grüssen
Ihre
Susanne G. Seiler
 
P.S. Sie finden uns jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 Uhr in der gaialounge, Hochstrasse 70 in Basel (hinter dem Hauptbahnhof Basel SBB, Haltestelle Peter Merian). Herzlich willkommen!


herbstgedicht

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süsser Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab.

Bald sinkt’s von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu –
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.

Christian Morgenstern

oktober 2023 – goodnews editorial

house of psychedelics

Das House of Psychedelics am diesjährigen WEF war auf Profit ausgerichtet, aber ich habe eine andere Idee. Ich sehe in Städten wie ländlichen Orten Houses of Psychedelics entstehen, die dem Bedürfnis nach einem sicheren Zugang zur psychedelischen Erfahrung nachkommen. Zunächst muss die psychedelische Therapie allen interessierten Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten zugänglich gemacht werden. Wie das Beispiel Australiens kürzlich gezeigt hat, wo die therapeutische Anwendung von Substanzen neu jedem Mediziner und jeder Medizinerin offen steht, bedarf die autorisierte Anwendung einer Ausbildung. Diese Ausbildung wäre eine der Dienstleistungen, die in Houses of Psychedelics angeboten würde. Erlauben Sie mir, Sie zu einem virtuellen Besuch in eine dieser neuen Einrichtungen mitzunehmen.

Wir betreten ein unauffälliges Haus in einer von Bäumen gesäumten Strasse. Wir brauchen nicht zu klingeln – die Tür ist ab neun Uhr offen. Drinnen treffen wir auf einen grossen Tresen, auf dem Informationsprospekte über Psychedelika ausgelegt sind. Der Mann dahinter begrüsst uns herzlich. Wir werden Annie vorgestellt, die uns umherführen wird. Unsere Mentorin erklärt, das Erdgeschoss sei dem Lernen gewidmet. Sie öffnet und schliesst die Türen zu zwei kleinen und einem grösseren Raum, die alle drei für Beratungs- und Unterrichtszwecke genutzt werden. Die Bibliothek befindet sich im ehemaligen Wohn- und Esszimmer des Hauses, das zu einem gemütlichen Aufenthaltsraum mit Büchern zum Thema, bequemen Sofas und grossen Pflanzen umgestaltet wurde. Man kann zwar keine Bücher mit nach Hause nehmen, erklärt Annie, aber man kann sich hier hinsetzen und lesen, wann immer wir geöffnet haben. Auch wenn so früh am Morgen noch niemand da ist, wird die Bibliothek rege benutzt, versichert sie uns. Im hinteren Teil finden wir eine kleine Küche mit kostenlosem Tee und Wasser sowie Verkaufsautomaten für Kaffee und Snacks.

Die zweite Etage ist für Sitzungen verschiedener Art reserviert. Hier begleiten Fachleute und Laien, wie Freunde und Freundinnen, Klienten auf Trip und hier treffen sich Integrationskreise. Gegen Entgelt können die vier Räume auch für private Sitzungen mit oder ohne Begleitung reserviert werden. Im obersten Stockwerk befindet sich ein liebevoll eingerichtetes, umgebautes Dachgeschoss, das für Zeremonien genutzt wird und Platz für Gruppen von bis zu zwölf Personen bietet. Nur schon die Gewissheit, dass jemand vor Ort ist, falls Hilfe benötigt wird, wirkt sich positiv aus, erklärt Annie. Die Dienste des House of Psychedelic stehen allen Personen über achtzehn Jahren offen.

Wie könnten solche Einrichtungen finanziert werden? Die Mitgliedschaft ist ein Weg, und die Kursgebühren für die Ausbildungen helfen, unser buntes Haus zu unterstützen. Es gibt auch Sponsoren, und die Stadt erkennt mit einem jährlichen finanziellen Beitrag an, dass das örtliche House of Psychelics einen wichtigen Dienst leistet, der Schaden verhindert, indem es seinen Besuchern die Möglichkeit gibt, in einer sicheren Umgebung Transzendenz zu erfahren.

So würde ich es machen. Vielleicht haben Sie auch Ideen zur Legalisierung von Psychedelika, die Sie uns vorstellen möchten? In der französischen Schweiz bemühen sich die Eleusis Society und die GREA (Groupement Romand d’étude des addictions) darum, Meinungen einzuholen und ein Konzept dazu zu entwickeln, wie Psychedelika entkriminalisiert werden können, das dem Bundesamt für Gesundheit vorgelegt werden soll. Ihre Meinung zählt also!

Ich war gerade in Elefsina/Eleusis, wo ich das Symposium «How to Change Your Mind to Change the World» besucht habe, das vom World Human Forum organisiert wurde. Es war eine schöne Veranstaltung, und ich lernte Brian Murarescu kennen, den Autor von The Immortality Key, ein Buch, das ich Ihnen sehr empfehle. Leider habe ich die Hälfte meiner Zeit dort im Bett verbracht, und es geht mir immer noch nicht gut. Ich möchte mich für die Verspätung dieses Newsletters entschuldigen. Ich hatte nicht genug Energie, ihn rechtzeitig fertig zu stellen.
Herzlich Ihre
Susanne G. Seiler
 
P.S. Sie finden uns jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 Uhr in der gaialounge, Hochstrasse 70 in Basel (hinter dem Hauptbahnhof Basel SBB, Haltestelle Peter Merian). Herzlich willkommen!


fremd bin ich eingezogen

fremd bin ich eingezogen unter meine haut
so lässt sich das am anschaulichsten sagen
im spiegel das visavis es bleibt unvertraut
besser so als anders kein grund, zu klagen
das hirn vollgepumpt mit sehnsuchtsdrogen
mit chimären die den winter pulverisieren
der blick hat sich den raum zurechtgebogen
um die tür nicht aus den augen zu verlieren
sitze ich in mir mit dem rücken zur wand
tu so als hätte es sich zwangsläufig ergeben
die koffer griffbereit den pass in der hand
wie ein schlafgänger im körpereigenen haus
keine ahnung wer mich treibt so zu leben
ich weiss nur eins fremd zieh ich wieder aus
mit heimwegen die im dunkeln
unsicher blinken.

Christoph W. Bauer

september 2023 – goodnews editorial

neu im angebot

Ab September wird Iris Andres bei uns monatlich einen Psychedelischen Integrationszirkel abhalten, abwechslungsweise in deutscher und englischer Sprache. Manche kennen Iris bereits vom Psychedelischen Salon. Sie ist ganzheitlich-integrative Atemtherapeutin, Traumatherapeutin & Facilitator für holotropes Atmen.

Es freut uns sehr, dürfen wir Iris und ihre Gruppe jeden zweiten Donnerstag des Monats bei uns begrüssen, und wir wünschen ihr viel Erfolg. In unseren psychedelischen Integrationszirkeln finden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einen sicheren Raum, in dem sie ihre Reise mit anderen Menschen teilen und Anregungen finden können, wie sie die Nachbearbeitung ihrer Erlebnisse gestalten.

Die erste Gruppe trifft sich am 14. September von 18-21 h, diesen Monat auf Deutsch. Die Teilnehmerzahl beschränkt sich auf maximum 15 Personen. Bitte melden Sie sich vorher an (siehe unter den Veranstaltungen weiter unten).

Wer will, kann uns schon vorher in der gaialounge besuchen. Wir freuen uns über jeden Besuch.

Ich habe das Vergnügen, in diesem Herbst gleich mehrere Konferenzen zu besuchen und dort hoffentlich viele neue Kontakte zu knüpfen, ob in Elefsina/Eleusis noch diesen Monat, wo das Thema Mysteries of Transition: How to Change Your Mind to Change the World lautet, in Berkeley an der Jahreskonferenz des Women’s Visionary Council oder auch an der 3. ALPS-Konferenz in Genf – beide im Oktober. Gerne werde ich hier wieder von meinen Erlebnissen berichten. In Berkeley werde ich auch selbst sprechen, zum Thema Susi Ramstein, Albert Hofmanns Laborantin/Asiistentin, die erste Frau und die jüngste Person, die LSD versuchte. Darüber mehr bei nächsters Gelegenheit.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Herbstanfang!
Herzlich Ihre
Susanne G. Seiler
 
P.S. Sie finden uns jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 Uhr in der gaialounge, Hochstrasse 70 in Basel (hinter dem Hauptbahnhof Basel SBB, Haltestelle Peter Merian). Herzlich willkommen!


moorchaussee

am ende beginnt die marsch
das land dehnt sich in flachen carrées
um die man hunde führt und müde beine
laufen alles ist alltäglich
im herbst spurten die rehe schneller
als der geist zu den aufleuchtenden lichtern
laternenumzüge martinsbrot
inzwischen sind feuer verboten
aber das rauschen hier ist wie
der himmel und zeigt oben weitere straßen
ums moor ziehen sie jetzt zäune
auf den schildern bleiben die entfernungen stets
exakt. und der himmel ist geflutet
mit heimwegen die im dunkeln
unsicher blinken.

Anja Kampmann

august 2023 – goodnews editorial

wegwerfgesellschaft

Vor einigen Jahren sah ich am Fernsehen die Übertragung eines Konzerts von Bob Dylan im Nippon Budokan, einer überdachten Arena in Chiyoda, Tokio. Ursprünglich für die Olympischen Sommerspiele 1964 und für Kampfsportwettbewerbe gebaut, ist es akustisch eine der besten Hallen der Welt, in der schon zahlreiche berühmte Musiker aufgetreten sind. Als das Dylan-Konzert zu Ende und das Publikum gegangen war, blieb auf dem riesigen Gelände kein Krümel Abfall zurück. Man hätte vom Boden essen können.

In der Innenstadt von Denver, wo ich kürzlich die Psychedelic Science Conference besuchte, bot sich mir ein ähnliches Bild: Hier und da ein kleiner Fötzel, aber nicht die Mengen an Abfall, über die ich mich hier täglich ärgere. Ich habe auch keinen einzigen Streifenwagen gesehen, während sie hier allgegenwärtig sind. Das hält die Leute nicht davon ab, ihren Dreck überall zurückzulassen. Gewisse Kulturen sehen Abfall nicht als solchen, für sie ist der Müll ein Teil der Umgebung, wie jeder andere Dreck. Manche Menschen sind frustriert und verbittert über ihre Lebensumstände. Klar, dass sie ihren Dreck absichtlich hinter sich werfen. An der Uferpromenade des Zürichsees häuft sich am Morgen nach schönen Tagen der Dreck. Das Problem besteht nicht nur in dem, was man auf den ersten Blick sieht – Abfall oder Teile davon landen in Tiermägen, in unseren Gewässern, auf Feldern und im Wald. Der Müll verseucht die gesamte Natur, und damit auch uns selbst.

Wenn ich daran denke, wie viel Geld unsere Städte ausgeben, um die Hinterlassenschaften von Menschen zu beseitigen, die entweder zu dumm oder zu faul sind, ein paar Meter zum nächsten Abfalleimer zu gehen oder das, was übrigbleibt, mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen, dann stehen mir die Haare zu Berge. Was könnten wir mit diesem Geld alles Gutes tun, wenn wir nur ein wenig darin investieren würden, den Menschen beizubringen, dass es nicht in Ordnung ist, sich so zu verhalten. Bildung, Pflege, Natur, Kunst, bessere Arbeitsplätze für die Menschen, die jetzt hinter uns her putzen – die Liste scheint endlos. Ich bin nicht die Einzige, der sich beschwert, aber es passiert einfach nichts. Ich verstehe auch, dass Polizisten nach dreijähriger, intensiver Ausbildung etwas Besseres vorhaben, als Abfallstreife zu spielen.

Leute auszuspionieren ist nie ein gutes Gefühl, aber die Hilfssheriffs, die Bussgelder für falsch parkierte Autos und andere geringfügige Verkehrsverstösse verteilen – die hätten doch sicher nichts dagegen? Allerdings könnten sie nicht allein los gehen. An die Vernunft zu appellieren, kommt nicht immer gut an, und es ist viel weniger einfach, rüpelhaften Menschen ein Bussgeld aufzuerlegen, als ein Nummernschild zu identifizieren. Soll ich einfach wegschauen? In eine vornehme Gegend ziehen? Aufs Land? Seufz.

Unser Jubiläum am 23. Juli hat eine nette kleine Menschenmenge angezogen. Vielen Dank denjenigen, die teilgenommen haben. Unsere Mitgliederzahl steigt stetig an; unsere wichtigste Priorität bleibt, Sie zu informieren, zu unterhalten und zu vernetzen und unsere vielen Bücher aufzunehmen. Eine Mitgliedschaft kostet umgerechnet fünf Franken pro Monat . Überlegen Sie es sich bitte, wir sind auf Ihr Unterstützung angewiesen!

Herzlich Ihre
Susanne G. Seiler
 
P.S. Sie finden uns jeden Donnerstagnachmittag von 14 – 18 Uhr in der gaialounge, Hochstrasse 70 in Basel (hinter dem Hauptbahnhof Basel SBB, Haltestelle Peter Merian). Herzlich willkommen!


leichter sommer

für Bernard Noël
als läge noch eine schicht zwischen ihnen
und dem schmalen streif der küste
traten die wolken hervor, scharf ab-
geschnitten an der unteren kante, oben
ein faltiger riemen, in den die möwen kleine
löcher stanzten. beim nächsten aufschauen
hatte dunst die fläche aufgerauht und der wind
verfing sich in den drahtnetzen
knapp unterm wasserspiegel, die vögel
waren längst verschwunden, der himmel
hielt noch ein weilchen jene luft
die unter ihren flügeln rauschte

Nico Bleutge

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