{"id":2816,"date":"2023-08-01T15:06:51","date_gmt":"2023-08-01T13:06:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gaiamedia.org\/deutsch\/?p=2816"},"modified":"2023-08-02T15:08:23","modified_gmt":"2023-08-02T13:08:23","slug":"august-2023-goodnews-editorial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gaiamedia.org\/deutsch\/2023\/08\/01\/august-2023-goodnews-editorial\/","title":{"rendered":"august 2023 \u2013 goodnews editorial"},"content":{"rendered":"<h1><strong>wegwerfgesellschaft<\/strong><\/h1>\n<p>Vor einigen Jahren sah ich am Fernsehen die \u00dcbertragung eines Konzerts von Bob Dylan im Nippon Budokan, einer \u00fcberdachten Arena in Chiyoda, Tokio. Urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Olympischen Sommerspiele 1964 und f\u00fcr Kampfsportwettbewerbe gebaut, ist es akustisch eine der besten Hallen der Welt, in der schon zahlreiche ber\u00fchmte Musiker aufgetreten sind. Als das Dylan-Konzert zu Ende und das Publikum gegangen war, blieb auf dem riesigen Gel\u00e4nde kein Kr\u00fcmel Abfall zur\u00fcck. Man h\u00e4tte vom Boden essen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Innenstadt von Denver, wo ich k\u00fcrzlich die Psychedelic Science Conference besuchte, bot sich mir ein \u00e4hnliches Bild: Hier und da ein kleiner F\u00f6tzel, aber nicht die Mengen an Abfall, \u00fcber die ich mich hier t\u00e4glich \u00e4rgere. Ich habe auch keinen einzigen Streifenwagen gesehen, w\u00e4hrend sie hier allgegenw\u00e4rtig sind. Das h\u00e4lt die Leute nicht davon ab, ihren Dreck \u00fcberall zur\u00fcckzulassen. Gewisse Kulturen sehen Abfall nicht als solchen, f\u00fcr sie ist der M\u00fcll ein Teil der Umgebung, wie jeder andere Dreck. Manche Menschen sind frustriert und verbittert \u00fcber ihre Lebensumst\u00e4nde. Klar, dass sie ihren Dreck absichtlich hinter sich werfen. An der Uferpromenade des Z\u00fcrichsees h\u00e4uft sich am Morgen nach sch\u00f6nen Tagen der Dreck. Das Problem besteht nicht nur in dem, was man auf den ersten Blick sieht \u2013 Abfall oder Teile davon landen in Tierm\u00e4gen, in unseren Gew\u00e4ssern, auf Feldern und im Wald. Der M\u00fcll verseucht die gesamte Natur, und damit auch uns selbst.<\/p>\n<p>Wenn ich daran denke, wie viel Geld unsere St\u00e4dte ausgeben, um die Hinterlassenschaften von Menschen zu beseitigen, die entweder zu dumm oder zu faul sind, ein paar Meter zum n\u00e4chsten Abfalleimer zu gehen oder das, was \u00fcbrigbleibt, mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen, dann stehen mir die Haare zu Berge. Was k\u00f6nnten wir mit diesem Geld alles Gutes tun, wenn wir nur ein wenig darin investieren w\u00fcrden, den Menschen beizubringen, dass es nicht in Ordnung ist, sich so zu verhalten. Bildung, Pflege, Natur, Kunst, bessere Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Menschen, die jetzt hinter uns her putzen \u2013 die Liste scheint endlos. Ich bin nicht die Einzige, der sich beschwert, aber es passiert einfach nichts. Ich verstehe auch, dass Polizisten nach dreij\u00e4hriger, intensiver Ausbildung etwas Besseres vorhaben, als Abfallstreife zu spielen.<\/p>\n<p>Leute auszuspionieren ist nie ein gutes Gef\u00fchl, aber die Hilfssheriffs, die Bussgelder f\u00fcr falsch parkierte Autos und andere geringf\u00fcgige Verkehrsverst\u00f6sse verteilen \u2013 die h\u00e4tten doch sicher nichts dagegen? Allerdings k\u00f6nnten sie nicht allein los gehen. An die Vernunft zu appellieren, kommt nicht immer gut an, und es ist viel weniger einfach, r\u00fcpelhaften Menschen ein Bussgeld aufzuerlegen, als ein Nummernschild zu identifizieren. Soll ich einfach wegschauen? In eine vornehme Gegend ziehen? Aufs Land? Seufz.<\/p>\n<p>Unser Jubil\u00e4um am 23. Juli hat eine nette kleine Menschenmenge angezogen. Vielen Dank denjenigen, die teilgenommen haben. Unsere Mitgliederzahl steigt stetig an; unsere wichtigste Priorit\u00e4t bleibt, Sie zu informieren, zu unterhalten und zu vernetzen und unsere vielen B\u00fccher aufzunehmen. Eine Mitgliedschaft kostet umgerechnet f\u00fcnf Franken pro Monat . \u00dcberlegen Sie es sich bitte, wir sind auf Ihr Unterst\u00fctzung angewiesen!<\/p>\n<p>Herzlich Ihre<br \/>\n<em>Susanne G. Seiler<\/em><br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\nP.S. Sie finden uns jeden Donnerstagnachmittag von 14 &#8211; 18 Uhr in der\u00a0<a href=\"https:\/\/map.search.ch\/Basel,Hochstr.70\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">gaialounge<\/a>, Hochstrasse 70 in Basel (hinter dem Hauptbahnhof Basel SBB, Haltestelle Peter Merian). Herzlich willkommen!<\/p>\n<hr \/>\n<h1>leichter sommer<\/h1>\n<p>f\u00fcr Bernard No\u00ebl<br \/>\nals l\u00e4ge noch eine schicht zwischen ihnen<br \/>\nund dem schmalen streif der k\u00fcste<br \/>\ntraten die wolken hervor, scharf ab-<br \/>\ngeschnitten an der unteren kante, oben<br \/>\nein faltiger riemen, in den die m\u00f6wen kleine<br \/>\nl\u00f6cher stanzten. beim n\u00e4chsten aufschauen<br \/>\nhatte dunst die fl\u00e4che aufgerauht und der wind<br \/>\nverfing sich in den drahtnetzen<br \/>\nknapp unterm wasserspiegel, die v\u00f6gel<br \/>\nwaren l\u00e4ngst verschwunden, der himmel<br \/>\nhielt noch ein weilchen jene luft<br \/>\ndie unter ihren fl\u00fcgeln rauschte<\/p>\n<p><em>Nico Bleutge<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wegwerfgesellschaft Vor einigen Jahren sah ich am Fernsehen die \u00dcbertragung eines Konzerts von Bob Dylan im Nippon Budokan, einer \u00fcberdachten Arena in Chiyoda, Tokio. Urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Olympischen Sommerspiele 1964 und f\u00fcr Kampfsportwettbewerbe gebaut, ist es akustisch eine der besten Hallen der Welt, in der schon zahlreiche ber\u00fchmte Musiker aufgetreten sind. 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