{"id":945,"date":"2014-06-09T01:29:24","date_gmt":"2014-06-08T23:29:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gaiamedia.org\/deutsch\/deutsch\/?p=945"},"modified":"2018-03-31T01:30:10","modified_gmt":"2018-03-30T23:30:10","slug":"drogenmythen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gaiamedia.org\/deutsch\/2014\/06\/09\/drogenmythen\/","title":{"rendered":"Drogenmythen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Markus Berger<\/strong><\/p>\n<p>Drogenmythen gibt es viele. Wir kennen sie alle. Es gibt aber diese Evergreens, die Klassiker, die ultimativen Tiefschl\u00e4ger, die sich einfach nicht ausr\u00e4umen lassen, und von denen manche selbst in der Hanfszene und auch in der Welt der Psychonauten noch immer kursieren. Hier die 10 Skurrilsten.<\/p>\n<p><strong>Mythos 1: Drogen sind gef\u00e4hrlich<br \/>\n<\/strong><br \/>\nWer behauptet, Drogen seien gef\u00e4hrlich, der weiss nicht, was er redet. Dieses Pferd kann man nun wirklich von allen m\u00f6glichen Seiten aufz\u00e4umen \u2013 es wird und wird kein Sinn dabei herauskommen. Er\u00f6rtern wir zun\u00e4chst die Frage: Was sind eigentlich Drogen? Im Ursprung leitet sich der Begriff Droge vom holl\u00e4ndischen Terminus droog ab, was trocken bedeutet. Im eigentlichen Sinne werden damit die getrockneten Pflanzenteile pharmakologisch aktiver Pflanzen, deren Produkte und Zubereitungen bezeichnet \u2013 meist Bl\u00e4tter, Bl\u00fcten, Fr\u00fcchte, Wurzeln und\/oder Harze \u2013, die zur Zubereitung von Arzneien dienen. Bis vor wenigen Jahren wurden in der Tat s\u00e4mtliche Arzneistoffe als Drogen bezeichnet. Heutzutage und durch die gnadenlose Getriebenheit der Prohibition bedingt, sind mit der Sammelbezeichnung Drogen ausschliesslich illegalisierte Rauschmittel gemeint. So werden in den meisten Kulturkreisen der westlichen, sogenannten zivilisierten Welt z. B. Alkohol und Tabak\/Nikotin nicht als Drogen bezeichnet, Cannabis und LSD hingegen sehr wohl. Schon hier zeigt sich also die Unsinnigkeit des Diktums \u00abDrogen sind gef\u00e4hrlich\u00bb. Weiter: Nehmen wir einige der giftigsten Stoffe, die wir \u00fcberhaupt kennen, beispielsweise das Aconitin des Eisenhuts, das Tetrodotoxin des Fugu-Kugelfischs und das chemische Element Arsen. Selbst die Einnahme dieser extrem potenten Giftstoffe verl\u00e4uft nicht in jedem Falle t\u00f6dlich. Im Gegenteil: In der Hand des Pharmakologen werden diese Stoffe zu wertvollen Heilmitteln. Denn allein die Dosis macht einen Stoff zum Gift. Wenn die Gesetzgebung also behauptet, sie verbiete zum Beispiel den Hanf, das LSD, das Meskalin, das Kokain usw., um uns vor den Auswirkungen derer Gefahren zu sch\u00fctzen, dann w\u00e4re die logische Konsequenz, dass er auch das Wasser illegalisiert. Immerhin sind in Wasser schon Millionen Menschen ertrunken oder gar an der Nichtverf\u00fcgbarkeit desselben gestorben. Eine teuflische Substanz? So gef\u00e4hrlich es sein kann, mit dem herzwirksamen Fingerhut, der Digitalispflanze, zu hantieren, so \u00fcberlebenswichtig ist der enthaltene Giftstoff, das Digitoxin, f\u00fcr akut Herzerkrankte. Vergessen wir also diesen ersten Mythos.<\/p>\n<p><strong>Mythos 2: Cannabis ist eine Einstiegsdroge<br \/>\n<\/strong><br \/>\nWenn \u00fcberhaupt etwas in dieser unserer Gesellschaft als Einstiegsdroge bezeichnet werden kann, dann eine der beiden Drogen, die unsere Kinder von morgens bis abends vorkonsumiert bekommen: Alkohol oder der Tabak. Vermutlich sind es beide, die unserer Jugend als Einstiegsdrogen gelten m\u00fcssen. Das sind immerhin die Substanzen bzw. Produkte, die Tag und Nacht verf\u00fcgbar sind, deren Konsum als schick gilt (im Falle der Zigaretten mittlerweile nicht mehr so ganz) und die zum guten Ton geh\u00f6ren. Einzig und allein die Tatsache, dass Alkohol und Tabak nicht als Drogen bezeichnet werden (siehe Mythos 1), tr\u00e4gt daf\u00fcr Sorge, dass immer wieder Cannabis eine Einstiegs-\u00abDroge\u00bb genannt wird. Stellt euch folgendes Szenario vor: Ein Opiatabh\u00e4ngiger sitzt beim Arzt. Der fragt f\u00fcr seine Erhebung: \u00abWelche Droge haben Sie denn als erstes im Leben konsumiert?\u00bb Der Opiatabh\u00e4ngige antwortet: \u00abZigaretten.\u00bb \u00abNein, nein, welche DROGEN sie genommen haben, will ich wissen\u00bb, sagt der Arzt und meint lediglich die illegalisierten Substanzen. Ein reines Problem der Begrifflichkeiten, wie wir sehen. Und da nun mal h\u00e4ufig Cannabis die erste illegalisierte Substanz ist, die Jugendliche probieren, tritt damit die vermeintliche Erkenntnis zu Tage: Cannabis ist eine Einstiegsdroge. Der Mythos ist entlarvt.<\/p>\n<p><strong>Mythos 3: Bier auf Wein, dass lass sein \u2013 Wein auf Bier, das lob ich mir<br \/>\n<\/strong><br \/>\nEine Weisheit, die unter Freunden des gepflegten Alkoholgenusses weit verbreitet ist. In Wahrheit hat dieser Spruch weder G\u00fcltigkeit noch ist er pharmakologisch nachvollziehbar. Die Reihenfolge, in der wir alkoholische Getr\u00e4nke zu uns nehmen, ist grunds\u00e4tzlich zun\u00e4chst egal. Selbstverst\u00e4ndlich gilt f\u00fcr jede Regel auch immer mindestens eine Ausnahme. Denn was zu berechnen ist, ist der Faktor Mensch. Nat\u00fcrlich wird es Menschen geben, die dem Spruch, unserem Mythos 3, voll und ganz zustimmen. Sie haben es selbst schon probiert \u2013 umgekehrt geht gar nicht. Aber stimmt das auch, oder ist das eine rein subjektive Empfindung? Beeinflussung? Wahnidee? Nicht ganz. Denn nat\u00fcrlich reagieren Menschen auf verschiedene Darreichungsformen psychoaktiver Substanzen unterschiedlich. Es gibt ja sogar Leute, die vertragen keinen Schnaps. Oder keinen Wein. Oder was auch immer. Es ist nicht anders als beim Cannabis. Raucht man zuerst einen Joint oder gleich die Bong? Variiert man und raucht beides? Wie ist die Kombination Pfeife \u2013 Vaporizer? Und in welcher Reihenfolge? Fragen, die allgemeing\u00fcltig nicht beantwortet werden k\u00f6nnen. Grunds\u00e4tzlich ist es den Rezeptoren v\u00f6llig einerlei, ob die psychoaktiven Molek\u00fcle aus einer Pfeife kommen oder aus dem Verdampfer. Ob sie aus einem Bierglas kommen oder aus dem R\u00f6mer. Absolut egal.<\/p>\n<p><strong>Mythos 4: Schokoloade macht gl\u00fccklich, weil sie Serotonin enth\u00e4lt<br \/>\n<\/strong><br \/>\nEins vorweg: Schokolade macht tats\u00e4chlich gl\u00fccklich. Und sie enth\u00e4lt tats\u00e4chlich das Gl\u00fcckshormon Serotonin. Dennoch ist der Mythos falsch, dass Schokolade gl\u00fccklich macht, weil Serotonin darin enthalten ist. Zwar ist Serotonin tats\u00e4chlich in der Kakaobohne enthalten, genauso wie das k\u00f6rpereigene Kreativit\u00e4tshormon Dopamin. Beide Substanzen haben jedoch bei oraler Einnahme keinerlei Wirkung zufolge. Denn sie passieren die Blut-Hirn-Schranke nicht und k\u00f6nnen damit das Gehirn nicht erreichen. Zudem sind die beiden Transmitter nur in sehr geringer Konzentration im Kakao enthalten. Kakao enth\u00e4lt aber so manche andere psychoaktive Substanz, die durchaus in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren: zum Beispiel Koffein, Theobromin und das Cannabinoid-Analog Anandamid (das der Mensch in seinem K\u00f6rper bildet, das k\u00f6rpereigene Cannabinoid). Das Koffein ist f\u00fcr die stimulierende Wirkung des Kakaos verantwortlich, dem Theobromin und Anandamid schreibt man hingegen die Gl\u00fcck und Wohlbefinden erzeugende Komponente des Kakaos zu.<\/p>\n<p><strong>Mythos 5: Bananenschalen sind psychoaktiv<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDie Legende, gerauchte Bananenschale wirke psychotrop, h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig und wird auch in diversen Publikationen immer wieder zum besten gegeben. In Wahrheit ist dieser Mythos die 1967 entstandene scherzhafte Antwort einiger US-amerikanischer Psychonauten aus San Francisco auf die Drogenprohibition. Zwar kommen in der Banane eine grosse Zahl psychoaktiver Verbindungen vor. Jedoch stets nur in Spuren oder nicht nennenswerten Konzentrationen. Bananen enthalten sogar k\u00f6rpereigene Transmitter des Menschen, zum Beispiel Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und viele mehr. Diese Substanzen passieren die Blut-Hirn-Schranke jedoch nicht (siehe Mythos 4) und k\u00f6nnen auch nicht geraucht werden. Die Banane macht definitiv nicht high \u2013 sie kann nicht als Psychoaktivum verwendet werden.<\/p>\n<p><strong>Mythos 6: Mohnbr\u00f6tchen machen high<br \/>\n<\/strong><br \/>\nStimmt genau so wenig, wie die Geschichte mit den Bananen. Mohnbr\u00f6tchen und Mohnkuchen und dergleichen enthalten Mohnsamen, das ist in der Tat die origin\u00e4re Opiumpflanze\u00a0<em>Papaver somniferum<\/em>, der Schlafmohn. Allerdings werden erstens heutzutage kastrierte Zuchtformen verwendet, die psychoaktive Alkaloide lediglich unterhalb der Nachweisgrenze enthalten. Zweitens enthalten die Samen des origin\u00e4ren, unkastrierten Schlafmohns auch nicht mehr als etwa 0,005 Prozent Morphin, sodass eine psychoaktive Wirkung auch nach dem Genuss von 30 Mohnbr\u00f6tchen oder eines ganzen Mohnkuchens nicht zu erwarten ist. Aber Vorsicht! Etwas tricky ist die Sache: Denn obwohl Mohnsamen nur so wenig Morphin enthalten, werden sie im Drogenscreening auf Opiate ein positives Ergebnis zur Folge haben, sprich: Im Drogentest ist jemand, der kurz zuvor Speisemohn ass, aller Wahrscheinlichkeit nach opiatpositiv!<\/p>\n<p><strong>Mythos 7: Heroin und Crack machen ab dem ersten Konsum abh\u00e4ngig<br \/>\n<\/strong><br \/>\nEin Mythos, der zu meiner Schulzeit noch von den Lehrern erz\u00e4hlt wurde. Das ist heutzutage hoffentlich anders. Auch wenn ein Heroinkick m\u00f6glicherweise solch gl\u00fcckselige Momente beschert, dass der Konsument danach d\u00fcrstet, sofort den n\u00e4chsten Hit zu haben: Fakt ist, es gibt keine psychoaktive Droge, die nach dem ersten Konsum sofort eine k\u00f6rperliche Abh\u00e4ngigkeit zurfolge hat.<\/p>\n<p><strong>Mythos 8: Man kann f\u00fcr immer auf einem Trip h\u00e4ngen bleiben<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDer ewige Bad Trip \u2013 davor haben viele grosse Angst. Aber es gibt ihn nicht. Nat\u00fcrlich bergen psychedelische, entheogene, halluzinogene Substanzen stets die Gefahr, eine latent, also versteckt vorhandene und nicht ausgebrochene Psychose zu aktivieren. Es gibt Menschen, die tragen eine Psychose mit sich rum und wissen gar nichts davon. Das ist auch nicht zuletzt deshalb schwierig zu bemerken, weil es keine grunds\u00e4tzliche Definition der Psychose gibt. Sicherlich existiert eine klinische Diagnostik. Die kann sich aber immer nur an den Symptomen und inneren Vorg\u00e4ngen des einzelnen Patienten orientieren. Kurz gesagt: Eine Psychose kann sich bei jeder und jedem auf andere Weise bemerkbar machen. Und wenn ein solcher Mensch, der eine latente Psychose mit sich herumtr\u00e4gt, an Psychedelika gelangt und tief in sein Bewusstsein und damit in sein Unterbewusstsein eintaucht, dann kann das eine spontane Heilung genauso zufolge haben, wie die Aktivierung einer latent vorhandenen Psychose. N\u00e4mlich vornehmlich dann, wenn die Konsumentin oder der Konsument mit Angst vor Kontrollverlust und mangelnder F\u00e4higkeit zum Loslassen ausgestattet ist. Eine solche Psychose kann dann rasch der klinischen Behandlung bed\u00fcrfen. Andere erleben ganz ohne psychotische Symptomatik einfach einen Bad Trip, der m\u00f6glicherweise schlimm ist, aber von vor\u00fcbergehender Natur. Dass jemand \u00abauf dem Trip h\u00e4ngen bleibt\u00bb, also nie wieder im Leben vom Trip runterkommt, ist unm\u00f6glich. Ich kenne Leute, die w\u00fcrden so einen Trip sicher kaufen.<\/p>\n<p><strong>Mythos 9: Natur ist immer ges\u00fcnder als Chemie<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDas ist so ziemlich der d\u00fcmmste Mythos von allen, denn er h\u00e4lt sich auch in der Psychonautenszene bedenklich hartn\u00e4ckig. Selbst jene, die den synthetischen Substanzen in keiner Weise abgeneigt sind, verfallen in die Sitte zu behaupten: pflanzlich ist ges\u00fcnder. Zun\u00e4chst mal gibt es in der Pharmakologie weder ein pflanzlich noch ein synthetisch. Auch in Pflanzen und Pilzen kommen chemische Verbindungen vor, die pharmakologische Wirkung aufweisen. Unserem K\u00f6rper ist es nun reichlich egal, ob die Substanz aus einem Organismus stammt oder aus dem Reagenzglas. Dabei beinhaltet dieses Statement nicht die Diskussion um pflanzliche Wirkstoffmixe versus einzelne Synthetika. Wer jemals Dronabinol, also reines, halbsynthetisch hergestelltes THC, mit dem Cannabinoidmix in der Hanfpflanze verglichen hat, der versteht, was ich meine. Trotzdem: Es gibt nicht die b\u00f6se Chemie und die gute Pflanzenarznei. Letztlich handelt es sich beim einen wie beim anderen um Baus\u00e4tze aus Molek\u00fclen, die in unserem Zentralnervensystem etwas bewirken. Ob das DMT nun aus dem Rohrglanzgras Phalaris ins Hirn gelangt oder aus dem gerauchten Kristall: Spielt das eine Rolle? Antworten nehme ich \u00fcber die Redaktion gern entgegen. Ansonsten siehe Mythos 3.<\/p>\n<p>Apropos DMT: Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass es zwei Substanzen gibt, die einst als Synthesepharmaka par excellence galten: n\u00e4mlich eben DMT und das Benzodiazepin Diazepam, besser bekannt unter seinem ber\u00fchmten Markennamen Valium. Beide Stoffe wurden im Labor designt \u2013 und sp\u00e4ter als Naturstoffe entdeckt! Welch Sensation! DMT kommt nicht nur in unz\u00e4hligen Pflanzen und Pilzen vor, sondern gar in Tier und Mensch selbst! Und Valium ist ein Naturstoff, der zum Beispiel im Reis, im Mais und in der Kartoffel nachweisbar ist! Interessant auch, dass erst k\u00fcrzlich das ebenfalls bisher nur als synthetisch bekannte Opioid Tramadol in einer afrikanischen Baumart (<em>Nauclea latifolia<\/em>) nachgewiesen wurde. Und noch eine Anekdote: Es gibt ja Menschen, die lehnen die Behandlung mit Antibiotika ab. Die Medien haben die Antibiotika n\u00e4mlich in den vergangenen Jahren zum Pharmateufel erkl\u00e4rt \u2013 mit Erfolg, die Leute glauben alles. Ich kenne solche Menschen, und einmal sagte jemand zu mir: \u00abIch nehme keine Antibiotika. Das ist nur Scheisse aus der Schulmedizin und deshalb gef\u00e4hrlich. Ich nehme nur Naturstoffe.\u00bb Ich musste lachen. Und erkl\u00e4rte dem Freund, dass Antibiotika Naturstoffe sind. Nehmen wir das Penicillin. Das ist der antibiotisch wirksame Inhaltsstoff eines Penicillium-Schimmelpilzes. Nichts weiter. Ich erkl\u00e4rte weiter, dass es keine b\u00f6sen Substanzen gibt, dass es immer und ausschliesslich auf den richtigen Gebrauch ankommt. Und dass es Naturstoffe gibt, Pflanzengifte zum Beispiel, die extrem giftig und gef\u00e4hrlich sind und dagegen synthetische Pharmaka, die nur sehr geringe Risiken bergen. Also auch Mythos 9: vergessen!<\/p>\n<p><strong>Mythos 10: Drogenverbote sch\u00fctzen die Menschen<br \/>\n<\/strong><br \/>\nOh ja, das wird uns immer gesagt. Und es ist gelogen. In Wahrheit schaffen die Drogenverbote deutlich mehr Unheil und Leid, als jede Droge dieser Welt es vermochte. Die verquere Drogenpolitik zerst\u00f6rt mit ihren menschenverachtenden Gesetzen massenhaft Existenzen, weil Menschen sich m\u00f6glicherweise entschieden haben, ein willk\u00fcrlich illegalisiertes Genussmittel oder Medikament zu gebrauchen. Menschen, die niemandem schaden, die keinem etwas antun, werden eingesperrt und\/oder ausgegrenzt, nur weil sie sich mit illegalisierten psychoaktiven Substanzen besch\u00e4ftigen und diese konsumieren. Auch ist inzwischen hinl\u00e4nglich bewiesen, dass die repressive Drogenpolitik, die Drogenprohibition, keinerlei Erfolge verbuchen kann. Der weltweite Drogenhandel, -besitz und -konsum ist nicht weniger geworden, das genaue Gegenteil ist der Fall. Dabei sind Verordnungen wie das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz verfassungswidrig. Denn nach unserer Verfassung haben wir das sogenannte \u00abRecht auf Selbstbesch\u00e4digung\u00bb, auch wenn wir uns mit einer Feierabendt\u00fcte wohl nicht wirklich besch\u00e4digen, da sind wir uns einig. So d\u00fcrfen wir uns zwar gesetzlich abgesichert das Leben nehmen. Uns mit psychoaktiven Drogen selber \u00absch\u00e4digen\u00bb d\u00fcrfen wir aber nicht. Das entbehrt jeder Logik. Das Drogenverbot sch\u00e4digt die Menschen und letztlich die gesamte Gesellschaft. Es kostet nur Geld, verschlingt Ressourcen, vernichtet Existenzen und bringt am Ende doch einfach nur \u00fcberhaupt gar nichts. Entlassen wir also diesen zehnten Mythos in das Reich der skurrilen Drogenlegenden.<\/p>\n<p>\u00a9 2014 Markus Berger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Markus Berger Drogenmythen gibt es viele. Wir kennen sie alle. 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