
Glauser in Nervi
Hannes Binder
Die letzten Monate vor seinem frühen Tod verbringt der Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser (1896–1938) in Nervi bei Genua. An einem Sommerabend bekommt er unerwarteten Besuch aus der Schweiz: Hermann, ein junger Bursche aus Baden und begeisterte Leser der Studer-Krimis, klingelt an seiner Tür. Bald entspinnt sich ein angeregtes Gespräch. Aber ist Hermann vielleicht mehr als nur ein Fan? Während die beiden vom Balkon aufs Meer schauen, regt sich in Glauser ein Verdacht, den er nicht mehr los wird.
Limmat Verlag

Das violette Hündchen. Grosse Literatur im Detail
Michael Maar
Wie unterscheidet die Methode Sherlock Holmes’ von derjenigen Sigmund Freuds, welches deutsche Vorbild schimmert hinter Nabokovs Lolita hervor und worum es eigentlich geht in Stevensons «Dr. Jekyll und Mr. Hyde» und in Stokers «Dracula»? Was missfiel Mark Twain an Jane Austen, und wie nimmt Virginia Woolf in «Mrs. Dalloway» ihr eigenes Schicksal vorweg? Daniel Kehlmann, Jonathan Franzen, Salman Rushdie: Auch in den Werken der Gegenwart funkeln die Details. Und das violette Hündchen? Es taucht ganz beiläufig in Tolstois «Krieg und Frieden» auf – und begleitet uns durch das Buch.
Rowohlt

Jugendliche neu machen. Konstruktive Vorschläge für einen radikalen Wandel
Rainer Orban
Mit seiner schonungslosen Bestandsaufnahme „Jugendhilfe neu denken“ hat sich Rainer Orban als profunder Kenner und Kritiker aktueller Fehlentwicklungen in der Sozialen Arbeit erwiesen. Dieser Band greift nun die Erkenntnisse und Thesen des Vorgängerbuches auf und formuliert daraus eine so konsequente wie auch radikale Neuausrichtung der deutschen Kinder- und Jugendhilfe. Orbans Ideen zum Umbau der Kinder- und Jugendhilfe basieren auf einem Konzept der ständigen (R)Evolution bestehender Verhältnisse als lebendige Praxis.
Carl-Auer-Verlag

Frau des Windes. Das Leben der Eleonora Carrington
Elena Poliatowska
Schon als Kind sieht Leonora die Welt mit eigenen Augen, hält sich für ein Pferd und spricht mit Fabelwesen. Ihrer reichen Familie zum Trotz erkämpft sie sich das Recht, eine freie Frau zu sein. In Paris schwelgt sie im Sinnestaumel des Surrealismus, kennt Dalí, Miró, Picasso und stürzt in eine wahnwitzige Liebe zu Max Ernst. Bis der Zweite Weltkrieg die Gruppe auseinandertreibt und Leonora über Abgründe aus Europa flieht. Mit Peggy Guggenheim erobert sie die Kunstwelt New Yorks, doch ihr Freiheitsdrang treibt sie weiter – bis nach Mexiko, wo sie Meisterwerke schafft, so singulär wie ihre Geschichte selbst.
Unionsverlag

John Lennon. Wendepunkte
Nicola Bardola
Als ich es anforderte, dachte ich, dieses Buch sei neu, aber es ist bereits vor einiger Zeit erschienen. Es zu lesen lohnt sich, denn der Autor hat sorgfältig recherchiert und zeigt uns einen John Lennon, den wir so noch nicht kannten. Bardola beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Rockidol und führte Gespräche mit dessen erster Frau Cynthia und Klaus Voormann, einem engen Freund und Wegbegleiter des Beatles. Entstanden ist eine aussergewöhnliche Biografie, die den wichtigsten Wendepunkten im Leben des rastlosen Menschen hinter der Kultfigur nachgeht. John Lennons Widersprüchlichkeit, sein respektloser Witz und seine rücksichtslose Sinnsuche bilden dabei zentrale Themen. (SGS)
Römerhof Verlag (vergriffen, jetzt bei 2001)
