Haben Sie mit Psychedelika je schlechte Erfahrungen gemacht? Waren sie allein oder war jemand bei Ihnen? Hat Ihnen dieser Trip zu neuen Erkenntnissen verholfen? Oder war es einfach nur Horror? Und woran lag das? An der Begleitung? An Ihren eigenen Widerständen? Waren Sie krank und nahmen Medikamente? Hätten Sie die Substanz nicht nehmen dürfen, weil Sie psychische Probleme haben?
Allein zu sein bei einem solchen Erlebnis ist die denkbar schlechteste Voraussetzung. Schon zu Zeiten der Haight-Ashbury-Klinik in San Francisco, der Pionierin auf diesem Gebiet, hat man festgestellt, dass es den Leuten auf schlechten Trips besser ging, wenn sie unter Freunden waren – statt in der Psychiatrie zu landen. Dort hat man seither Fortschritte gemacht, doch die Anwesenheit von Menschen, die man kennt und denen man vertraut, bringt oft Beruhigung in eine als bedrohlich empfundene Situation.
Wäre ich damals als junge Frau nicht allein gewesen, als es mir schlecht ging, hätten meine Freunde mich wohl als erstes darauf hingewiesen, dass ich mich in keinerlei körperlicher Gefahr befand; erfahrene Begleiter oder Therapeutinnen hätten mir dabei geholfen, das Geschehen zuzulassen und einzuordnen. Ich erholte mich schnell, doch solche Erlebnisse können über Tage, Wochen und Monate nachwirken und eine tiefe Angst hervorrufen. Wir müssen uns damit befassen, denn es ist ganz klar, dass rund um psychedelische Substanzen nicht alles eitel Sonnenschein ist. Leider lesen wir immer wieder Berichte über psychedelisch assistierte Therapien (PATs) oder Retreats, die schlecht ausgingen, teilweise mit Todesfolge. Und man liest von Schamanen und Therapeutinnen, die sich an Patientinnen vergreifen, sie bestehlen oder vernachlässigen. Bei dieser Art von Horrorstories denkt man gerne ans entfernte Ausland, aber das ist zu kurz gegriffen.
Der Newsletter „Ecstatic Integration“ des britischen Journalisten und Autors Jules Evans hat in Zusammenarbeit mit der Genfer Journalistin Sarah Zeines eine Bombe platzen lassen – auch in der Schweiz kam es zu schwerwiegenden Vorfällen, bei denen Patienten starben, was tragisch und zutiefst bedauerlich ist. Zum Glück für die psychedelisch unterstützte Therapie gab es – abgesehen von einer Person, der es nach einem Tripp monatelang deutlich schlechter ging – keinen physischen Zusammenhang zwischen diesen Vorfällen und der Einnahme von Substanzen. Das betreffende MDA und Psilocybin war, wie von den behandelnden Krankenhäusern berichtet und vom FDOH bestätigt, Wochen oder Monate zuvor eingenommen worden. Obwohl sich die beteiligten Therapeuten vorbildlich verhielten, bleibt der Rufschaden bestehen. Ganz zu schweigen vom Leid der Betroffenen. Ist es nur die Spitze des Eisbergs, oder sind diese Vorfälle in einem Zeitraum von weniger als 2 Jahren ein Indikator für häufigeres Vorkommen? Es muss ein zentrales Register her!
Am Bicycle Day haben in Basel über 100 Enthusiasten teilgenommen. Es war ein Hit! Für Sammler und Sammlerinnen sind unsere exklusiven T-Shirts in kleiner Auflage (noch in den Grössen M, L und XL) auf bicycleday.ch oder am Psychedelic Salon in Zürich zu haben. Wir danken für Ihre Unterstützung. Mitglied werden kann man bei uns nach wie vor.
Herzlich Ihre,
Susanne Seiler
P.S. Wir ziehen mit der gaiamedias „WIDE OPEN BOOKS“ in neue Räumlichkeiten im Zürcher Seefeld. Ab Juni sind wir dort auch wieder besuchbar.
P.S.S. Nächster Gast am Psychedelischen Salon ist am 7. Mai Ansgar Rougemont. Nicht verpassen!
