goodnews april 2026 – editorial psychedelische stammeskultur

psychedelische stammeskultur

„Peace, Love & Happiness“ reichen als Motto nicht aus, Smileys, bunte Klamotten und durchtanzte Nächte führen nicht zwingend zu einem guten Leben. Was will die Psychedelische Kultur also noch?

In den 60ern und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen Yoga und Zen und mit ihnen Buddhismus und Hinduismus im Westen an. Die Nachkriegsgeneration setzte sich leidenschaftlich für den Frieden ein. Oder sie ironisierte den Krieg, wie der kürzlich verstorbene Sänger-Songwriter Country Joe McDonald, der seinen Spott bis weit über die bürgerliche Schmerzgrenze hinausschrie. Derweil luden John Lennon und Yoko Ono während ihrer «Bed-ins» die Medien zu sich ins Hotelzimmer, um gemeinsam dem Frieden eine Chance zu geben. Das sollten wir auch heute tun.

Die Hippies waren geprägt von den als Yamas und Niyamas bekannten vedischen Grundsätzen, die beiden ersten Schritte auf dem achtfachen Yoga-Pfad zur Erleuchtung des Patanjali. Sie regeln den Umgang mit der Umwelt und mit sich selbst. Die Yamas beinhalten Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Brahmacharya (Mässigung) und Aparigraha (Bescheidenheit) als ethische Stützen für ein gutes und gerechtes Leben. Die Niyamas binhalten das Streben nach Santosha (Zufriedenheit), Tapas (stetiges Bemühen), Svadhyaya (Selbtrefelxion) und Ishvara Pranidana (Vertrauen in eine höhere Macht).

Diese Werte wurden häufig diskutiert als integraler Bestandteil vieler Yoga-Kurse unter auch unter uns. Das beste Buch dazu bleibt «Denke daran: Sei jetzt hier» von Ram Dass. Es half, Ordnung in unser Innenleben zu bringen, zumal es nicht predigte oder von Schuld sprach, sondern praktische Anleitungen für den Alltagn lieferte. Darüber hinaus wollten wir der Stadt den Rücken kehren, uns schamanisch mit Mutter Erde befassen und autonom sein. Kreativität wurde grossgeschrieben. Nicht nur im musischen Sinn, sondern auch was Einfallsreichtum und Anpacken anbelangte. Wir wollten so etwas wie Renaissance-Menschen werden – wie Leonardo da Vinci, von dem es hiess, er sei der letzte gewesen, der noch alles kannte, was zu seiner Zeit an Wissen zur Verfügung stand.

Uns war klar, dass die Welt seit damals komplexer geworden war, aber wir brauchten nicht viel und überall mitmachen schon gar nicht. Wir waren auf eine gute Art harmoniebedürftig, wollten miteinander auskommen. Man konnte auch in der Stadt leben und an dieser Einstellung arbeiten, sein eigenes Brot backen und vieles mehr, das zurück zu den Wurzeln führte. Jeden Tag ein bisschen mehr. So wie heute also?

Am 19. April feiern wir mit Bicycle Day die Entdeckung einer der wichtigsten Zutaten dieser Zeit, die ein neues und erweitertes Bewusstsein (und damit auch die eigenen Ängste) in Reichweite vieler brachte: LSD.

Wir haben uns dieses Jahr mit Eleusis Society und PARAB zusammengetan, deren Programme Sie in den Links finden. Wir Pedalentreter von gaiamedia treffen uns dort, wo bicycleday.ch uns durch Klicken links oben auf der Beschreibung hin führt und erwarten Sie dort!

Bis sehr bald, hoffe ich,
Ihre
Susanne Seiler

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